Geschafft! Und weiter geht’s …

Drei Jahre. So lange bin ich inzwischen selbstständig. Konkret seit dem 1. April (kein Scherz ;)) 2012. Und ich darf sagen: Es wird nicht weniger mühsam, aber es wird immer besser, es macht immer noch mehr Spaß. Und zwar noch mehr als vor drei Jahren. Denn damals war nicht klar: Würde ich überhaupt so lange durchhalten? Habe ich genug Auftraggeber? Verdiene ich genug? Schaffe ich es, die Sozialversicherungsbeiträge im dritten Jahr zu zahlen, wenn sie rapide erhöht werden? Daran scheitern bekanntlich viele, wobei ich das Wort „Scheitern“ nicht negativ besetzen möchte. Denn es kann jedem passieren, dass es sich irgendwann nicht mehr ausgeht. Sei es durch Krankheit oder sei es, weil wir einfach in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit leben.

„Geschafft! Und weiter geht’s …“ weiterlesen

Leb wohl, alter Freund!

(Vor einem Jahr geschrieben und es tut noch immer nicht weniger weh als damals. So ist es wohl, wenn ein sehr, sehr lieber Mensch aus dem Leben gerissen wird …)

Zuerst ist es lediglich ein Gerücht gewesen. Krankenhaus. Okay, das trifft jeden mal. Dann: „Er schaut wirklich sehr schlecht aus… Es schaut schlecht aus.“ Zwei Tage später: „Er soll verstorben sein, aber wir wissen es auch nur aus zweiter, dritter Hand.“ Wirklich ein Gerücht? Es gibt ja viele Menschen, die irgendetwas erzählen, weil sie irgendwo irgendetwas aufgeschnappt haben. Da muss man vorsichtig sein. Nachrichten an zig Leute geschickt, die ihn auch kennen. Leute, die ich teilweise nicht einmal selbst kenne. Niemand hat eine aktuelle Nummer gehabt, niemand hat es genau gewusst. Nur von dem Gerücht hatten die meisten gehört. Immer haben sie nur gesagt: „Wenn du irgendwas erfährst, bitte sag Bescheid.“

„Leb wohl, alter Freund!“ weiterlesen

#stolzdrauf ?

Ich bin stolz auf das, was ich aus eigener Kraft erreicht habe. Stolz auf mein kleines, feines Unternehmen, stolz darauf, dass ich Familie und Freunde habe, die mich immer noch mögen, auch wenn ich (bedingt durch den ersten Punkt) chronisch überarbeitet bin und viel zu wenig Zeit für sie habe. Ich bin stolz darauf, wie jeder einzelne von ihnen das Leben meistert. Ich bin stolz darauf, wenn Engagement sich rechnet (liebe Freischreiber Österreich-Kollegen, es geht echt was weiter! ;)). Und und und. Nicht zu vergessen, dass ich tatsächlich zur Hälfte eine Stolz bin (Mädchenname meiner Mamsch).

„#stolzdrauf ?“ weiterlesen

Ein Nachruf, den ich nie schreiben wollte, lieber Norbert… :-(

Es gibt Momente im Leben, da steht plötzlich die Zeit still. Da sitzt man schluchzend und kettenrauchend am Balkon, schaut auf die in den Nachtstunden so ruhige Alte Donau und fragt sich: Warum? Man schreibt SMS, Facebook-Nachrichten, telefoniert stundenlang – und stellt fest: Man ist in seiner Trauer alles andere als alleine. Es scheint, als würde ein ganzer Bezirk um seinen im Alter von erst 51 Jahren verstorbenen Bezirksvorsteher weinen.

„Ein Nachruf, den ich nie schreiben wollte, lieber Norbert… :-(„ weiterlesen

Ein Spendenschwein, ein Bussi, eine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Menschen. Zum Tod von Karlheinz Böhm.

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.“ (Albert Schweitzer)

Ich darf mich zu jenen glücklichen Menschen zählen, die Karlheinz Böhm noch persönlich kennenlernen durften. Damals war ich ein Kind und er bereits weit mehr als der fesche Franzl aus den Sissi-Filmen. Es muss Anfang der 90er-Jahre gewesen sein. Meine Mutter engagierte sich für Böhms Hilfsorganisation Menschen für Menschen und als mein kleiner Bruder und ich wieder einmal gemeinsam unsere Geburtstage feiern wollten, war ziemlich bald klar, dass wir an Stelle von Geschenken Geld für Menschen für Menschen sammeln würden. Ich weiß nicht mehr, wie viel damals zusammen kam, aber das selbstgebastelte, rosarote Spendenschwein war ganz gut gefüllt. Aus heutiger Sicht war es dennoch nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber als Kind war ich ziemlich stolz darauf. Und immerhin war es Karlheinz Böhm, der einmal sagte, Mutter Teresa habe ihn mit einer einzigen Aussage einst selbst ermutigt: „Ein einzelner Tropfen ist zwar wenig, aber ohne Tropfen kann es kein Meer geben.“

„Ein Spendenschwein, ein Bussi, eine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Menschen. Zum Tod von Karlheinz Böhm.“ weiterlesen

Wir sehen einander bei Facebook. Und (dann) auf einen Kaffee.

Wir leben in einer Parallelwelt. Das ist schlecht. Aber auch gut. „Wie antidigital ist die digitale Zukunft?“ haben Bernhard Heinzelmaier und Philipp Ikrath von der Trendagentur tfactory sowie Beate Grosegger vom Institut für Jugendkulturforschung kürzlich im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation gefragt. Wie erleben junge Menschen digitale Medien und wie gehen sie damit um? Ist der „Aussteiger“ von heute der Freak von gestern? Und wird es tatsächlich so sein, dass das Kind oder der junge Erwachsene mit ADHS künftig als „normal“ gelten wird, während jene, die Bücher lesen, sich in Ruhe mit sich selbst beschäftigen, als seltsam wahrgenommen werden, wie Heinzelmaier mutmaßt?

„Wir sehen einander bei Facebook. Und (dann) auf einen Kaffee.“ weiterlesen

Tiefe Gräben

Leicht gekränkt darf man als politisch interessierter Mensch, der sich klar gegen Rechts ausspricht, dieser Tage nicht sein. Zumindest nicht in Österreich, wo am Sonntag immerhin rund jeder fünfte meiner Landsleute die FPÖ gewählt hat. Ich sei intolerant, weil ich andere ausgrenze, habe ich gleich mehrmals in Folge gehört. Weil ich nämlich eine Partei ausgrenze, die selbst andere ausgrenzt. Die ganz massiv gegen Minderheiten hetzt. Das Ironische dabei: Ich habe nicht einmal die Macht, die Rechtspopulisten tatsächlich auszugrenzen. Leider. Ich kann nichts dagegen tun, dass Susanne Winter nun schon wieder in „mein“ Parlament einzieht. Die Politikerin war vor wenigen Jahren offiziell wegen Hetze verurteilt worden.

„Tiefe Gräben“ weiterlesen