Die Leiden der freien Journalisten

Meine Kollegin Alexia Weiss hat im Gewerkschaftsmagazin „Kompetenz“ einen Artikel über die Arbeitsbedingungen von freien Journalisten (Seite 14 und 15) veröffentlicht. Dass ich gerade vor meinem Rechner sitze und nach Luft ringe, hat nichts mit ihr zu tun. Der Artikel ist gut.

Die Spucke bleibt mir einmal mehr weg, weil in dem Text unter anderem Franz C. Bauer, seines Zeichens oberster Journalistengewerkschafter, zitiert wird. Ich schätze Bauer als Journalisten sehr und ohne Zweifel hat die Gewerkschaft in der Vergangenheit viel für unseren Berufsstand getan, aber wenn es um freie Journalisten geht, orte ich eine absolut antiquierte Einstellung. „Die Tätigkeit des/der Journalisten/-in ist einfach kein Gewerbe“, sagt Bauer zum Beispiel. Und: „Das ist nichts, was man selbstständig machen kann. Man ist an die Infrastruktur des Verlags gebunden, hat Termine ein- und sich an vorgegebene Längen zu halten. Gestaltungsfreiheit gibt es nur in beschränktem Ausmaß. Und ob ich in der Redaktion oder von zu Hause aus arbeite, ist heute kein Kriterium mehr dafür, ob man angestellt wird oder nicht.“

„Die Leiden der freien Journalisten“ weiterlesen

Zur Aufschrei-Diskussion: Dann starr‘ mir nicht auf die Bluse!

Gerade bin ich auf einen Artikel zur Aufschrei-Diskussion gestoßen, der mich ziemlich verärgert hat. In Dann mach doch die Bluse zu! von Birgit Kelle verharmlost die Autorin meiner Meinung nach, worum es in der öffentlichen Debatte geht: Dass Frauen kein Freiwild sind! Und zwar egal, wie viele Knöpfe ihrer Bluse sie öffnen oder wie kurz sie ihre Röcke tragen. Das gleiche gilt übrigens auch für Männer: Ich würde niemals einem Mann, der in irgendeiner Weise von mir abhängig ist (Mitarbeiter, Journalist, auch nicht dem Kellner im Restaurant,…) ungeniert auf den Hintern starren oder ihn unverblümt fragen, wie oft in der Woche er denn zum Fitness geht mit seinen kräftigen Oberarmen. Das gehört sich einfach nicht, das passt nicht.

„Zur Aufschrei-Diskussion: Dann starr‘ mir nicht auf die Bluse!“ weiterlesen

Die neue Art des Journalismus?

Wenn Journalismus sich nicht mehr mit Qualität vereinbaren lässt, dann wird es gefährlich. Wir fordern (berechtigt) mehr Bildung für das Land, aber so lange solche Artikel veröffentlicht werden, brauchen wir uns darum keine Sorgen zu machen. Dann ist es vermutlich sowieso hoffnungslos, quasi „End of Days“…

aus: Kronenzeitung, 1.1.2010
aus: Kronenzeitung, 1.1.2010