Meine Kollegin Alexia Weiss hat im Gewerkschaftsmagazin „Kompetenz“ einen Artikel über die Arbeitsbedingungen von freien Journalisten (Seite 14 und 15) veröffentlicht. Dass ich gerade vor meinem Rechner sitze und nach Luft ringe, hat nichts mit ihr zu tun. Der Artikel ist gut.
Die Spucke bleibt mir einmal mehr weg, weil in dem Text unter anderem Franz C. Bauer, seines Zeichens oberster Journalistengewerkschafter, zitiert wird. Ich schätze Bauer als Journalisten sehr und ohne Zweifel hat die Gewerkschaft in der Vergangenheit viel für unseren Berufsstand getan, aber wenn es um freie Journalisten geht, orte ich eine absolut antiquierte Einstellung. „Die Tätigkeit des/der Journalisten/-in ist einfach kein Gewerbe“, sagt Bauer zum Beispiel. Und: „Das ist nichts, was man selbstständig machen kann. Man ist an die Infrastruktur des Verlags gebunden, hat Termine ein- und sich an vorgegebene Längen zu halten. Gestaltungsfreiheit gibt es nur in beschränktem Ausmaß. Und ob ich in der Redaktion oder von zu Hause aus arbeite, ist heute kein Kriterium mehr dafür, ob man angestellt wird oder nicht.“
