“Aber sie haben Samen!” / Brunch-Gespräche

Heute Vormittag in einem netten Wiener Lokal beim Sonntags-Brunch mit Freunden: Zwischen ein paar Lachsbrötchen, Mini-Schnitzel mit viel diskutiertem Erdäpfelsalat (ich mochte ihn, F. nicht), der zumindest in meinem Fall erfolglosen Jagd nach etwas Eierspeise (frisch zubereitet, demnach muss man schneller sein, als ich es Sonntags vor 12 Uhr in der Regel bin ;)) und hausgemachtem Apfelstrudel kommt irgendwann das Thema Beziehungen auf. Bis dahin habe ich H. noch nie getroffen, aber wir scheinen in mancher Hinsicht auf der gleichen Welle zu schwimmen. Besonders, was Online-Partnerbörsen angeht. Zuvor habe ich ihr das Single-Dasein-Bullshit-Bingo gezeigt. „Versuch’s doch mal online“ lautet da nämlich einer dieser großartigen Tipps für vermeintlich arme Menschen wie uns, die offensichtlich noch nicht den Mann fürs Leben (oder einen Abschnitt davon) gefunden haben.

Wer Abstriche macht, hat’s leichter

H. erzählt von Freundinnen, die ihre jetzigen Freunde und Ehemänner – allesamt „Suchergebnisse“ aus Online-Partnerbörsen wie Parship, Websingles und Co – „im normalen Leben nie getroffen hätten. Und das hat vielleicht auch einen Grund, nämlich weil die meisten von ihnen praktisch nichts gemeinsam haben!“ Ich verstehe, was sie meint. Werfe zwar ein, dass es für manche Menschen dennoch ein guter Weg sein könne, aber eben vor allem für die, denen es eher schwer falle, länger ohne Beziehung zu sein (ohne das werten zu wollen, wirklich nicht).

Aber warum suchen wir überhaupt? Wie viele Frauen um die 30 gibt es, die nicht insgeheim etwas gegen ihr Single-Dasein unternehmen wollen? Die sich tatsächlich mit so viel weniger zufrieden geben, als sie eigentlich verdienen, nur um nicht alleine zu sein? Oder um sich den Traum von der eigenen Familie erfüllen zu können, bevor die viel zitierte „biologische Uhr“ abläuft? Und – ohne verallgemeinern zu wollen – warum sind die meisten „guten Männer“ in unserem Alter bereits vergeben? Was bleibt denn?

Sowas in der Art muss sich auch eine von H.s Freundinnen gedacht haben, als sie ihren Lebensgefährten zu eben diesem gemacht hat. Er scheint echt kein netter Kerl zu sein. Und sie ist offenbar mehr als zu gut für ihn. Nach allem, was ich heute gehört habe, kann ich ihr nur wünschen, dass sie noch genug unterstützungswillige Freunde auf ihrer Seite hat, wenn sie eines Tages begreift, dass es vielleicht doch besser ist, ihn zu verlassen.

Samenspender gesucht?

Ist die Angst vor dem Alleinsein wirklich so groß, dass Frauen sich freiwillig schlecht behandeln lassen? Lieber eine langweilige oder nervenaufreibende Beziehung mit jemandem führen, als sich in Geduld zu üben? „Idioten, echt“, zische ich. „Aber sie haben Samen!“ lacht unsere Freundin D. in ihrer erfrischend-offenen Art, für die man sie einfach lieben muss. Stimmt, sie sind in der Regel Garant für ein, zwei oder mehr gemeinsame Kinder, die früher oder später allerdings ohnehin vaterlos aufwachsen werden, weil ihre Mutter irgendwann aufwachen wird. Oder Papa Frosch irgendwann eine noch „Dümmere“ findet, die er besser gängeln kann.

H. und ich jedenfalls wollen auch weiterhin nicht suchen. Wenn uns irgendwann doch „Mr. Right“ über den Weg laufen sollte, fein! Aber bis dahin können wir sämtliche Energie, die andere in schlecht laufenden Beziehungen verpulvern, in Projekte stecken, die uns wichtig sind. Spontane Urlaubsreisen machen. Und den Sonntags-Brunch mit Freunden genießen, die entweder auch Singles sind oder tatsächlich so coole Partner haben, dass „verlängerte Vormittage“ auch gemeinsam mit ihnen Spaß macht – ihren Freundinnen bzw. Frauen ebenso wie uns. Das sind nämlich die wahren Herzbuben. ♥ ♛

Frühstück mit Fröschen, c uschi dreiucker /

 

c uschi dreiucker / pixelio.de

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ValenDIENSTAG

Jedes Jahr das gleiche Bild: Halbverwelkte Wegwerfblumen und schachtelweise Pralinen im vermeintlichen Sonderangebot an den Supermarktkassen, Ramsch und Kitsch in Hülle und Fülle beim Blumenhändler ums Eck, umher eilende Männer, irre blickende Männer, die um keinen Preis mit leeren Händen bei der Gattin/Freundin/Geliebten auftauchen wollen. Verständlich. Manch‘ einer wurde am Valentinstag schon mit dem Nudelwalker erschlagen. Erzählt man sich zumindest in (Ehe-)Männer-Kreisen.

Wie gut, dass der Valentinstag heuer ein ValenDIENSTAG ist. Ein Dienstag wie jeder andere auch. An dem sich Frau sowieso nichts wünschen darf. Sondern das bekommt (wenn überhaupt), was dann für den Rest des Jahres vertrocknet und traurig über dem Küchenkasten angebracht wird. „Schau mal, das hab ich von meinem Süßen bekommen“, säuselt sie dann vielleicht teils verlegen, teils stolz vor ihren Freundinnen. Und was ist an den restlichen 364 (bzw. heuer 365) Tagen? Wie viel Sinn für Romantik hegt die so genannte „bessere Hälfte“ da so?

Einfach, aber nicht zu einfach

Ich weiß, ich weiß… Es mag auch von Grund auf romantische Männer geben. Haut mich nicht, falls einer von euch mitlesen sollte, ich will ja nichts verallgemeinern. Aber den wirklich „ritterlichen“ Männern wird vermutlich sowieso irgendwas Besseres einfallen, als einen Bund halbverdorrter Rosen nachhause zu bringen, den Frau ihm auch nachwerfen könnte, würde sie ihn nicht… hach… so sehr lieben.

Worüber ich mich zum Beispiel freuen würde: Etwas Persönliches. Etwas Selbstgestaltetes. Und sei es eine Fotocollage von echtleinwand.at (für nächstes Jahr dann halt ;)) oder ein selbst gemachtes Fotobuch. Oder ein Mixtape. Oder ein wirklich gutes Buch mit süßer Widmung. Oder einen coolen Frosch, was aber vom vermeintlichen Prinzen (haha) ein bisschen seltsam wäre… Oder einfach nur ein paar liebe Zeilen, warum ER mich gern hat. Es sind eben oft die kleinen, unerwarteten Dinge, die das Leben bereichern.

Ja verdammt, und natürlich würde ich mich auf über Blumen freuen, ich bin nicht komplett komisch. Aber dann darf es gerne auch diese hier sein, Mann könnte sie allerdings vorher ausschneiden und sie bestenfalls sogar noch auf Karton aufkleben. Ein weiterer Vorteil der Zeitungs-Rose: Sie hält für immer, sofern es denn so sein soll.

Eine Rose zum Valentinstag vom Kurier

Der Valentins-Skeptiker

Er hier bräuchte sich übrigens im Grunde tatsächlich keine Gedanken über den Valentinstag zu machen. Ich bezweifle nämlich stark, dass einer wie er jemanden hat, den er beschenken könnte (eine Unterstellung übrigens, die er auch gleich zu Beginn des Interviews mit „info tv leipzig“ zurück weist, klar…). 😉

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Nicht mal ein bisschen

Aus äußerst aktuellem Anlass – DAS Gedicht aus „10 Dinge, die ich an dir hasse“. Bin nur nicht überzeugt, dass es im wahren Leben auch ein Happy End gibt…

Ich hasse es wie du mit mir sprichst
und deine komische Frisur,

ich hasse es wie du Auto fährst
und deine ganze Machotour.

Ich hasse deine Art mich anzuglotzen
und dich ständig einzuschleimen.

Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen,
noch mehr als bei diesen Reimen.

Ich hasse es wenn du Recht behältst
und deine Lügerei.

Ich hasse es wenn du mich zum Lachen bringst
noch mehr als meine Heulerei.

Ich hasse es wenn du nicht da bist
und dass du mich nicht angerufen hast.

Doch am meisten hasse ich,
dass ich dich nicht hassen kann…
…nicht mal ein bisschen,
…nicht mal ein wenig,
…nicht einmal fast.