Zur Aufschrei-Diskussion: Dann starr‘ mir nicht auf die Bluse!

Gerade bin ich auf einen Artikel zur Aufschrei-Diskussion gestoßen, der mich ziemlich verärgert hat. In Dann mach doch die Bluse zu! von Birgit Kelle verharmlost die Autorin meiner Meinung nach, worum es in der öffentlichen Debatte geht: Dass Frauen kein Freiwild sind! Und zwar egal, wie viele Knöpfe ihrer Bluse sie öffnen oder wie kurz sie ihre Röcke tragen. Das gleiche gilt übrigens auch für Männer: Ich würde niemals einem Mann, der in irgendeiner Weise von mir abhängig ist (Mitarbeiter, Journalist, auch nicht dem Kellner im Restaurant,…) ungeniert auf den Hintern starren oder ihn unverblümt fragen, wie oft in der Woche er denn zum Fitness geht mit seinen kräftigen Oberarmen. Das gehört sich einfach nicht, das passt nicht.

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Warum ich nicht will, dass Paul zwangsverpflichtet wird

Die „Schlacht“ um Berufsheer oder allgemeine Wehrpflicht ist also geschlagen. Was mich freut: Die überraschend hohe Wahlbeteiligung von rund 50 Prozent. Nein, viel ist das nicht. Aber unter den Umständen war es nicht zu erwarten. Was mich überrascht: Dass offenbar nur 2,5 Prozent der Stimmen ungültig waren. Nicht, dass ich es toll fände, ungültig zu wählen, aber es hat mich eben überrascht, dass doch so viele eine eindeutige Meinung zu dem Thema hatten.

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Schluss mit der Prüderie!

Sie sehen nackte Menschen? Das liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Im Fernsehen, im Kino, auf Plakaten, in FKK- und Sauna-Bereichen, auch Pornografie ist längst nicht mehr etwas, das man nur heimlich unterm Ladentisch erwirbt – lauter Nackte also, wohin Sie schauen. Eigentlich also nichts mehr, womit man heutzutage provozieren könnte. Dachte ich zumindest. Bis auch mich vor wenigen Tagen die große Welle der Erregung… verzeihen Sie, Aufregung, erreichte. Stein des Anstoßes: Ein Plakat des Leopold Museum in Wien. Es wirbt unter anderem mit einer Abbildung mehrerer nackter Fußballspieler für die Ausstellung „nackte männer“. Und ähnlichen Sujets.

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Worte zweier „Wut-Donaustädter“

Offener Brief von Sabine Karrer und Michael Woditschka,
9. März 2012

Frei nach „Ober-Wutbürger“ Roland Düringer: Wir sind wütend. Geladen, stinksauer, ang’fressen, zornig. Zuerst waren wir wütend auf die Wiener Linien, die Kaisermühlen nicht ausreichend an die U2 angeschlossen haben. Wütend auf die Tatsache, dass der Bus 90A nicht die läppischen paar Meter weiter zur Donaustadtbrücke fährt, sondern auf der Donauinsel Rast macht, um anschließend wieder zur U1 zurück zu fahren. Während zahlende Kunden besonders im Winter in der Kälte auf 91A bzw. 92A warten müssen. Auf die Frage, wieso das so sei, ob denn ein stehender Busfahrer billiger sei als ein fahrender – tja, eine zufriedenstellende Antwort (sprich: Erklärung) sind die Wiener Linien bis heute schuldig geblieben.

Und wir beide waren nicht alleine wütend. Unsere Wut haben wir gemeinsam mit ein paar Freunden kurzerhand in einer Facebook-Gruppe zum Ausdruck gebracht. Woraufhin sich ein Redakteur der Bezirkszeitung bei uns gemeldet, unsere Positionen angehört und darüber berichtet hat. Mit Namen, mit Foto – logisch, wir haben ja nichts zu verbergen, im Gegenteil: Wir wollen etwas.

Jetzt sind wir noch wütender. Was nicht am Zeitungsartikel liegt. Der war gut. Menschen sprechen uns seitdem auf der Straße an und wünschen uns alles Gute für die Aktion. Wütend sind wir, weil die FPÖ Donaustadt ein Flugblatt verbreitet, das neben gewohnt populistischen Inhalten eben auch jenen Artikel aus der Bezirkszeitung auf einer halben Seite abbildet. Freilich MIT unseren vollen Namen. Und Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir politisch keiner Partei ferner stehen als der FPÖ, die unsere Wut entfacht hat. Wir fühlen uns missbraucht. Das Mindeste wäre gewesen, vorher Kontakt mit uns und/oder dem Redakteur aufzunehmen. Nicht einmal dafür hat der Anstand der zuständigen Herren gereicht.

Wir haben die Facebook-Initiative „Liebe Wiener Linien, verlängert endlich den 90A in Kaisermühlen zur U2“ ausdrücklich privat ins Leben gerufen – und uns bereits des Öfteren jede parteipolitische Einflussnahme verboten. Ein Hinweis, der übrigens auch hier ausnahmslos bei einigen der FPÖ nahe stehenden Personen notwendig war. Alle anderen scheinen es verstanden zu haben. Und wir scheinen in ein Wespennest gestochen zu haben. Was mit harmlosen Gesprächen unter Freunden begonnen hatte („Ich habe jetzt mal den Wiener Linien geschrieben.“ – „Aja, das habe ich schon vor Monaten, aber da kam keine g’scheite Antwort.“ – „Mich regt das auch so auf mit dem 90A.“ – „Wisst ihr was, gründen wir einfach mal eine Facebook-Gruppe und lassen wir dort unserem Unmut freien Lauf.“), rief offenbar auch die Donaustädter FPÖ auf den Plan, die die „Idee“, für eine Verlängerung des 90A zu kämpfen, als ihre ansieht („Es kommt ned so viel auf dich an, denn du hast das Rad nicht erfunden, es war die FPÖ, die dieses Problem im Jahr 2011 aufgegriffen hat und nicht ein Bürger, der sich profilieren will“, schreibt etwa FPÖ-Bezirksrat Walter Kalab in unserer [offenen] Facebook-Gruppe.)

Erstens: Wir sind nicht eine oder zwei Personen, wir sind viele. Zweitens: Niemand will sich profilieren. Wir wollen lediglich das machen, was so gerne gepredigt wird: Uns als einfache Donaustädter für eine Sache engagieren, die uns wichtig ist, gelebte Politik im Alltag betreiben statt Parteipolitik. Drittens: Es scheint zur Taktik bzw. zum Stil zumindest einiger FPÖ-Politiker zu gehören, persönlich untergriffig zu werden. So rasch wird man also zum Spielball dieser Partei. Na bravo. Die FPÖ hat sich schon immer auf Kosten anderer versucht zu profilieren. Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten („Ich war zuerst da! Das ist mein Thema!“), sondern darum, in der Causa etwas weiterzubringen.

Und nun? Ausgerechnet UNSERE Namen auf einem FPÖ-Propaganda-Flugblatt? Noch dazu auf diese missbräuchliche Art und Weise? Kurz waren wir schon geneigt, uns mit der Vorstellung anzufreunden, unsere Wohnungen nur noch nachts zu verlassen. Aber dann dachten wir uns: Wieso eigentlich? WIR haben nichts Schlimmes getan – im Gegenteil. WIR setzen uns für eine gute Sache ein, WIR haben dafür niemanden missbraucht bzw. instrumentalisiert. WIR können uns morgens in den Spiegel schauen. Und WIR würden jedes Mal wieder so handeln. Weil es nicht nur gut, richtig und wichtig ist, für etwas zu kämpfen. Sondern weil es auch so verdammt einfach ist. Wenn einem nicht eine Partei wie die FPÖ dazwischen funkt, um sich (wieder einmal) mit fremden Lorbeeren zu schmücken. Tja, sie waren eben ihrer Meinung nach zuerst da und sie denken nicht im Traum daran, einfache Bürger etwas in Bewegung zu bringen. (So sollte Demokratie aber eigentlich funktionieren!)

Vielleicht sollten sich alle, die dieses System unterstützen, einmal fragen, ob sie das wirklich mittragen wollen. Ich weiß schon, Parteipolitik ist mühselig, wenig populär, zu schimpfen ist immer einfacher als sich wirklich zu engagieren. Und einige „da oben“ sind verdammt korrupt, haben keine Ahnung von den Problemen „da unten“ und man möge sich auch über vieles berechtigt ärgern. Wir verstehen das! Aber werfen Sie bitte einmal einen Blick hinter die Kulissen. Das hier ist ein Paradebeispiel für manipulatives und instrumentalisierendes Verhalten.

Sabine Karrer, Michael Woditschka

Hier der vorangegangene Artikel aus der Bezirkszeitung - das FPÖ-Flugblatt, um das es hier u.a. geht, mag ich ehrlich gesagt nicht abbilden...

 

Zum Weltfrauentag: Meine Oma

Meine Oma war in gewisser Hinsicht ein Freak. Klingt nicht nett, ist aber Tatsache. Und vermutlich hat sie ihr nicht sehr einfaches Leben zu dem gemacht, wie ich und andere sie eben auch kannten: eigensinnig, starrköpfig, schwierig, in gewisser Weise sogar ein wenig manipulativ. Trotzdem: Immer wieder kommt mir der Gedanke, dass ich ihr, als sie noch lebte, eigentlich viel zu selten gesagt habe, dass ich sie mag. Dass ich bewundere, wie sie ihr Leben gemeistert hat. Unsere vor allem in ihren letzten Lebensjahren viel zu selten gewordene Begegnungen (ich in Wien, sie in Innsbruck) waren viel zu oft überschattet von Streitereien, Beschwichtigungs- und Fluchtversuchen.

Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten Besuch bei ihr: Sie bekam neue Fenster und ich sollte sie ein wenig unterstützen, während die Arbeiter in ihrer Wohnung ein- und ausgingen. Letztlich trieb sie den Meister dermaßen auf die Palme, dass sich meine Unterstützung fast ausschließlich darauf beschränkte, den bereits nach wenigen Stunden völlig entnervten Mann dazu zu bewegen, seine Arbeit vernünftig zu Ende zu bringen und für die Nacht (nicht alle Fenster waren fertig eingebaut, es war kalt) wenigstens die Löcher notdürftig zu stopfen, damit vor allem meine damals schon über 80-jährige Oma nicht frieren musste. Am nächsten Tag versuchte ich sie davon abzuhalten, auf einen wackligen Tisch zu kraxeln. Was sie freilich dennoch tat (die Frau war trotz ihres Alters ziemlich kräftig und ich bin nicht gewalttätig ;)), nachdem ich mich zuvor geweigert hatte, mir selbst Knochenbrüche zuzuziehen. Schließlich ließ sie sich von mir wenigstens wieder vom Tisch herunter helfen, nachdem ihr selbst klar geworden war, dass sie in einer blöden Situation feststeckte, in der es kein Vor und Zurück für sie gab.

Nach zwei oder drei Tagen verließ ich nach unzähligen weiteren solcher Situationen und Streitereien fluchtartig die Innsbrucker Wohnung – und lief im Hauseingang vollkommen aufgelöst geradewegs meiner Mama in die Arme, die gekommen war, um mich abzulösen. Meiner Oma erzählte ich später an diesem Tag, dass ich direkt nach Wien zurück fahren würde, nur um mich dann vorher noch heimlich mit meinem Cousin zu treffen. Auch das hätte nur wieder unnötige Diskussionen gegeben. Schwierige Familiengeschichte halt.

Ein Jahr später war meine Oma tot. Wir hatten es leider nicht mehr geschafft, pünktlich in der Uniklinik Innsbruck anzukommen, um uns zu verabschieden. Die Bahnfahrt dauerte einfach zu lang. Wer weiß, vielleicht hätte sie es noch mitbekommen, auch wenn sie nicht mehr ansprechbar war. Doch trotz aller Differenzen: Ich denke, sie wusste, dass ich sie lieb hatte.

Eine echte „Weltfrau“

Als meine Familie und ich in den darauffolgenden Wochen jede freie Minute in Innsbruck verbrachten, um die Wohnung aufzulösen, hatte ich dann zum ersten Mal das Gefühl, diese Frau wirklich so kennenzulernen dürfen, wie sie war. Über 100 Quadratmeter voll mit Andenken an eine Zeit, in der teilweise noch nicht einmal meine Mama – geschweige denn ich – als neue Erdenbürger eingeplant waren. Und an uns. Es war wie ein Ausflug in die Vergangenheit: Eine, die ich miterlebt hatte, und eine, die neu für mich war.

Und das macht meine Oma letztlich zu einem Menschen, der sich – wie so viele Frauen – eine Anerkennung am 101. Weltfrauentag verdient hat. Weil sie das Beste aus ihrem Leben gemacht hat. Und meine Mama in die Welt gesetzt hat. 😉 Omas Leben, das waren eine schwierige Kindheit als jüngere von zwei Schwestern unter mehreren älteren Brüdern, ärmliche Verhältnisse, die Heirat eines Mannes letztlich auch oder vor allem, um dem elterlichen Zuhause zu entfliehen (in einem der wenigen Momente, in denen sie einmal mit mir über diese Zeit sprach, sagte sie das zumindest), der für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Austritt aus der katholischen Kirche, eine nicht ganz einfache Ehe… Sie war jahrelang alleinerziehend, während er im Krieg war, später folgte die Schuldenanhäufung meines Opas mit seiner Firma, die auch die sie noch viele Jahre lang abbezahlen musste, schließlich die durch sie eingereichte Scheidung, als meine Mama noch ein Kind war – und wieder stand sie als Alleinerzieherin da. Dennoch hat sie ihr Leben lang hart gearbeitet und vieles auf die Beine gestellt.

Trotz all ihrem Mut: Unter dem Status der „geschiedenen Frau“ litt meine Oma ihr Leben lang. Als wir im Krankenhaus gefragt wurden, ob es denn in Ordnung sei, wenn sie mit ihrem Ehering bestattet würde, antworteten wir nur: „Naja, sie war zwar seit Jahrzehnten geschieden, aber eigentlich hat sie den Ring auch danach nie abgelegt. Warum also sollte das jetzt passieren?“ Dass das Beerdigungsinstitut mir später den Ring dennoch ungefragt aushändigte, finde ich manchmal sogar ein wenig schade, auch wenn das sehr für deren Ehrlichkeit spricht.

Meine Oma hasste Muttertage, Valentinstage, Sonntage… „Da sind doch die ganzen Paare, die Familien unterwegs, da will ich gar nicht raus gehen“, erklärte sie manchmal. Mit ihrem Biss (Starrsinn, Eigensinn,…) hätte sie vermutlich ganz Großes schaffen können. Vielleicht hätte sie besser in „meine“ Zeit gepasst als in „ihre“. Einmal sagte sie zu mir: „Weißt du, ihr habt es heute schon viel besser. Ihr habt so viele Möglichkeiten, ihr müsst nicht heiraten, um nicht mehr abhängig von euren Eltern zu sein, du hast deine eigene Wohnung, kannst dir deinen Mann wirklich selbst aussuchen. Ich finde das toll!“ Sie hat recht.

Schade nur, dass selbst in „meiner“ Zeit Frauen im Durchschnitt noch immer weniger verdienen als Männer, wesentlich seltener in Cheftetagen zu finden sind, nicht die gleichen Rechte haben und auch heute noch Frauen bei ihren zum Beispiel gewalttätigen Männern bleiben weil es eben so ist oder weil sie sich vor einem Leben alleine fürchten. Der Weltfrauentag – der mit 101 Jahren älter ist als meine Oma heute wäre – war nie Thema zwischen ihr und mir. Aber ich glaube, ihr hätte das gefallen. Und sie würde dieses Blogpost hier mögen. Vielleicht drucke ich es aus und lege es an ihr Grab, wenn ich wieder einmal in Innsbruck bin…

Die fesche Dame in der Mitte war meine Oma 😉

 

ValenDIENSTAG

Jedes Jahr das gleiche Bild: Halbverwelkte Wegwerfblumen und schachtelweise Pralinen im vermeintlichen Sonderangebot an den Supermarktkassen, Ramsch und Kitsch in Hülle und Fülle beim Blumenhändler ums Eck, umher eilende Männer, irre blickende Männer, die um keinen Preis mit leeren Händen bei der Gattin/Freundin/Geliebten auftauchen wollen. Verständlich. Manch‘ einer wurde am Valentinstag schon mit dem Nudelwalker erschlagen. Erzählt man sich zumindest in (Ehe-)Männer-Kreisen.

Wie gut, dass der Valentinstag heuer ein ValenDIENSTAG ist. Ein Dienstag wie jeder andere auch. An dem sich Frau sowieso nichts wünschen darf. Sondern das bekommt (wenn überhaupt), was dann für den Rest des Jahres vertrocknet und traurig über dem Küchenkasten angebracht wird. „Schau mal, das hab ich von meinem Süßen bekommen“, säuselt sie dann vielleicht teils verlegen, teils stolz vor ihren Freundinnen. Und was ist an den restlichen 364 (bzw. heuer 365) Tagen? Wie viel Sinn für Romantik hegt die so genannte „bessere Hälfte“ da so?

Einfach, aber nicht zu einfach

Ich weiß, ich weiß… Es mag auch von Grund auf romantische Männer geben. Haut mich nicht, falls einer von euch mitlesen sollte, ich will ja nichts verallgemeinern. Aber den wirklich „ritterlichen“ Männern wird vermutlich sowieso irgendwas Besseres einfallen, als einen Bund halbverdorrter Rosen nachhause zu bringen, den Frau ihm auch nachwerfen könnte, würde sie ihn nicht… hach… so sehr lieben.

Worüber ich mich zum Beispiel freuen würde: Etwas Persönliches. Etwas Selbstgestaltetes. Und sei es eine Fotocollage von echtleinwand.at (für nächstes Jahr dann halt ;)) oder ein selbst gemachtes Fotobuch. Oder ein Mixtape. Oder ein wirklich gutes Buch mit süßer Widmung. Oder einen coolen Frosch, was aber vom vermeintlichen Prinzen (haha) ein bisschen seltsam wäre… Oder einfach nur ein paar liebe Zeilen, warum ER mich gern hat. Es sind eben oft die kleinen, unerwarteten Dinge, die das Leben bereichern.

Ja verdammt, und natürlich würde ich mich auf über Blumen freuen, ich bin nicht komplett komisch. Aber dann darf es gerne auch diese hier sein, Mann könnte sie allerdings vorher ausschneiden und sie bestenfalls sogar noch auf Karton aufkleben. Ein weiterer Vorteil der Zeitungs-Rose: Sie hält für immer, sofern es denn so sein soll.

Eine Rose zum Valentinstag vom Kurier

Der Valentins-Skeptiker

Er hier bräuchte sich übrigens im Grunde tatsächlich keine Gedanken über den Valentinstag zu machen. Ich bezweifle nämlich stark, dass einer wie er jemanden hat, den er beschenken könnte (eine Unterstellung übrigens, die er auch gleich zu Beginn des Interviews mit „info tv leipzig“ zurück weist, klar…). 😉

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Lebensverändernde Maßnahmen

Willkommen im Club der lebensverändernden Maßnahmen! Neuer Job gefällig? Einfach zugreifen. Neues Outfit gefällig? Die Geschäfte sind voll davon! Neue Beziehung gefällig? Ein strahlendes Gesicht kann von Vorteil sein (dabei helfen z. B. Punkt 1 und 2). Alte Beziehung nicht mehr gefällig? Ansprechen und ändern. Wie schaut’s aus mit etwas mehr Spaß? Einfach ein paar Freunde anrufen und feiern gehen. Oder in eine Ausstellung. Oder ins Kino. Oder einfach nur gemeinsam zuhause bleiben. Neue Leute sollen her? Sich mit anderen zusammenschließen und eine Art Stammtisch zu veranstalten ist nicht die schlechteste Idee. In jedem Fall rausgehen und Chancen wahrnehmen. Wie schon der ehemalige deutsche Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt feststellte: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.” So gesehen: Hereinspaziert, hereinspaziert! Willkommen im Club der lebensverändernden Maßnahmen!

M.U.T.

Auch eine Form von Mut: den Sprung ins kalte Wasser wagen!

Mut ist eine Göttin. Eine ägyptische, um genau zu sein. Darüber hinaus ist Mut laut Wikipedia noch eine Stadt in der Osttürkei, eine deutsche Zeitschrift, eine mittelalterliche Mengeneinheit und ein Titel aus Schuberts Winterreise. Die für uns Menschen allerdings wichtigste Bedeutung von Mut ist die, sich etwas zu trauen, auf die eigene Stärke zu vertrauen. „Nur Mut!“ heißt es deshalb auch so schön.

Aber Mut hat für jeden eine andere Bedeutung. An manchen Straßen brauchen wir Mut, um sie zu überqueren. Es kann Mut erfordern, jemandem die Meinung zu sagen. Andere beschwören ihren Mut, um den Bungee-Sprung zu schaffen oder die schwarze Piste bewältigen zu können. Kaum jemand kommt ohne Mut aus, wenn es darum geht, etwas Bestehendes, an das man sich gewöhnt hat, zu beenden. Zum Beispiel ein Dienstverhältnis oder eine Partnerschaft. Mut heißt auch, ein Risiko einzugehen. Und Mut erfordert viel Kraft. Aber wie aus einem Felsvorsprung nach einiger Zeit wieder eine Pflanze wächst, so entsteht auch aus einer abgeschlossenen Beziehung letztlich etwas Neues.

Für manche scheint es so einfach zu sein: Die alte Beziehung passt nicht mehr, also rasch etwas Neues suchen und das „Alte“ auslaufen lassen. Sie (hey, sind wir ehrlich, meistens ist es doch sie) wird sich schon früher oder später trennen. Dann wurde wenigstens niemandem weh getan. Stimmt aber nicht. Es schmerzt immer, eine Beziehung zu beenden. Aber Schmerz lässt irgendwann nach. Und eines Tages wacht man auf und ist bereit für etwas Neues. Die Zeit dazwischen kann ja gut dazu genutzt werden, wieder Ordnung im eigenen Leben zu schaffen.

Auch eine neue Aufgabe erfordert Mut. Zum Beispiel ein neuer Job. Selbst wenn es noch so hart ist: Der Stein, der vom Herzen fällt, kann groß sein. Seid vor einem Erdbeben gewarnt: Je länger die Entscheidung aufgeschoben wurde, umso größer ist in der Regel der Stein. Ich will nicht arrogant erscheinen: Der Job, in dem sich jemand etwas aufgebaut, wird kaum von einem Tag auf den nächsten hingeschmissen werden. Gemeinsames Haus, Auto, Haustier… es ist nicht einfach. Gemeinsame Kinder, oh Gott! Deshalb erfordert es ja auch Mut, eine solche Entscheidung zu treffen. Weil wir Menschen sind und keine Eisklötze. Es kann eine Schlacht werden, aus der man verletzt, aber am Ende gestärkt heraus geht. Dafür gibt es auch die guten Freunde. Die, die meist schon vor uns wissen, wann es vorbei sein sollte. Die das früher oder später auch sagen – oder auch nicht, aber dafür insgeheim mitfiebern, bis man eine Entscheidung getroffen hat.

Noch einfacher könnte man Mut mit Theodor Fontanes Worten beschreiben: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.“

Mut ist eine Göttin. Eine ägyptische, um genau zu sein. Darüber hinaus ist Mut laut Wikipedia noch eine Stadt in der Osttürkei, eine deutsche Zeitschrift, eine mittelalterliche Mengeneinheit und ein Titel aus Schuberts Winterreise. Die für uns Menschen allerdings wichtigste Bedeutung von Mut ist die, sich etwas zu trauen, auf die eigene Stärke zu vertrauen. „Nur Mut!“ heißt es deshalb auch so schön.

Aber Mut hat für jeden eine andere Bedeutung. Manche brauchen Mut, um morgens das Haus zu verlassen. An manchen Straßen brauchen wir Mut, um sie zu überqueren. Es kann Mut erfordern, jemandem die Meinung zu sagen. Kaum jemand kommt ohne Mut aus, wenn es darum geht, etwas Bestehendes, an das man sich gewöhnt hat, zu beenden. Zum Beispiel ein Dienstverhältnis oder eine Partnerschaft. Mut heißt auch, ein Risiko einzugehen. Und Mut erfordert viel Kraft. Aber wie aus einem Felsvorsprung nach einiger Zeit wieder eine Pflanze wächst, so entsteht auch aus einer abgeschlossenen Beziehung welcher Art auch immer letztlich etwas Neues.

Für manche scheint es so einfach zu sein: Die alte Beziehung passt nicht mehr, also rasch was Neues suchen und das „Alte“ auslaufen lassen. Sie (hey, sind wir ehrlich, meistens ist es doch sie) wird sich schon früher oder später trennen. Dann wurde wenigstens niemandem weh getan. Stimmt aber nicht. Es schmerzt immer, eine Beziehung zu beenden. Aber Schmerz lässt irgendwann nach. Und eines Tages wacht man auf und ist bereit für etwas Neues. Die Zeit dazwischen kann ja gut dazu genutzt werden, wieder Ordnung im eigenen zu schaffen.

Auch eine neue Aufgabe erfordert Mut. Zum Beispiel ein neuer Job. Aber auch da ist die Devise der Autorin: Sofern möglich, zuerst das Alte beenden. Vor allem, wenn der Stein, der damit vom Herzen fällt, wirklich groß ist. Aber seid vor einem möglichen Erdbeben gewarnt: Je länger die Entscheidung aufgeschoben wurde, umso größer ist in der Regel der herabfallende Stein. Und ich will dabei nicht arrogant erscheinen: Der Job, in dem sich jemand etwas aufgebaut, wird kaum von einem Tag auf den nächsten hingeschmissen werden. Gemeinsames Haus, Auto, Haustier… es ist nicht einfach. Gemeinsame Kinder, oh Gott! Deshalb erfordert es ja auch Mut, eine solche Entscheidung zu treffen. Weil wir Menschen sind und keine Eisklötze.

Aber jeder von uns hat einen natürlichen Sensor zu wissen, wann besser Schluss sein sollte. Bei was auch immer. Und dann gibt es auch noch die guten Freunde. Die, die meist sowieso schon vor uns wissen, dass es eigentlich vorbei sein sollte. Die das früher oder später auch sagen – oder auch nicht, aber dafür insgeheim mitfiebern, bis man selbst eine Entscheidung getroffen hat.

Einfacher könnte man Mut aber auch mit Theodor Fontanes Worten beschreiben: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.“

Zivilcourage

„Gemeinde legte sich quer: Abschiebung verschoben“ – so lautet eine heutige Schlagzeile, die leider zwischen anderen ein wenig untergeht. Dabei verdient diese kleine Schlagzeile mehr. Sie ist  ein Zeichen dafür, dass  Zivilcourage in unserer Gesellschaft vielerorts doch noch groß geschrieben wird. Eine Gemeinde spricht sich dafür aus, das eine scheinbar gut integrierte Familie in ihrem Kreis bleiben soll. Stellen sich damit Menschen über Gesatze? Ja – und das ist auch gut so. Denn Menschlichkeit muss immer über Gesetzen stehen. Und Menschen sollten immer menschlich handeln, wenn in ihrem Umfeld Unmenschliches passiert. Farbe bekennen lautet das Schlagwort. Schaut nicht weg, wenn um euch herum Dinge passieren, die euch widerstreben.Wir sind die Gesellschaft, wir sind der Staat. Wir müssen uns nicht alles von oben diktieren lassen. Auch wenn das jetzt noch so „links“ klingt (und ein Stück weit so gemeint ist, ich steh‘ dazu): Wer einmal selbst erlebt hat, wie viele rund um ihn herum einfach nur zugeschaut haben, wie vor ihren Augen Unrecht passiert ist, würde den Menschen in dieser Gemeinde wohl verständlicherweise einen Orden verleihen wollen.

Hier geht’s zum Artikel.

Update: Guido Tartarotti vom Kurier und ich sind einer Meinung – schön! (mich lesen zwar weniger, aber ich war trotzdem früher dran ;))
Aus dem KURIER vom 28.02.2010:

Courage
Die Zeit der Kulturskandale scheint vorbei zu sein. Das „Moser“-Stück in der Josefstadt regte niemanden auf. Die Kritik verriss es einhellig, allerdings nicht wegen seiner behaupteten historischen Brisanz, sondern weil es langweilig ist. Und der Versuch der Wiener FPÖ und mancher Medien, die (nicht subventionierte) Swingerclub-Installation in der Secession zum Kampagnisieren zu nützen, verdunstete im öffentlichen Desinteresse. Interpretieren wir das einfach einmal als erfreuliches Symptom wachsender ziviler Gelassenheit.
Fast unbeachtet hat sich dieser Tage etwas ganz anderes abgespielt: In einem bemerkenswerten Akt des kollektiven Ungehorsams haben die Einwohner eines vorarlbergischen Dorfs die Abschiebung (aufgrund eines Formalfehlers) einer bestens integrierten Familie verhindert. Das ist viel wesentlicher als die Diskussionen um ein schwaches Theaterstück oder künstlerisch wertvolles Gruppen-Ausgreifen im Museum. – GUITAR

Danke für Ihre Worte, Herr Tartarotti!