Doppelte U2-Nachwehen

Morgen werde ich an dieser Stelle berichten, wie das „U2“-Konzert war. Versprochen. Heute muss ich nur mal meinen Frust über die miese Organisation loswerden. Die bestand nämlich offenbar darin, nichts zu tun. Bzw. am Veranstaltungsort, dem Praterstadion, die Besucher möglichst schnell loszuwerden, und am anderen, der U2-Station „Stadion“ die Menschen möglichst lange wie Vieh zusammenzuhalten und bloß nichts zu unternehmen, um die Leute auf kürzestem Weg nachhause zu schicken.

Kein Bier, kein Klo, keine U-Bahn

Dabei hatten wir uns noch für ach so schlau gehalten, uns nach dem Konzert gemütlich ein letztes Bier zu genehmigen und erst mal die Massen ziehen zu lassen. Um dann erst beinahe samt Bier und dazugehörigem Pfandbecher aus dem Stadion geworfen zu werden (Security: „Ihr müsst da jetzt weg.“ Wir: „Wenn ihr uns sagt, wohin.“ S: „Am besten ganz raus. Harrharr.“, danach aus der Warteschlange am Klo fast entfernt zu werden (Security: „Raus mit euch, wir machen jetzt zu.“ An dieser Stelle erwähne ich der Vollständigkeit halber, dass das Konzert zu diesem Zeitpunkt maximal 15 Minuten vorbei war. Wir: „Sorry, aber wir warten da jetzt schon ewig, könnt ihr bitte noch so kurz warten?“ S: „Sag mal, ich glaub ihr hört schlecht. Geht jetzt. Sofort!“ Aber wir haben uns durchgesetzt, weil wir einfach nicht weggangen sind. Um ehrlich zu sein hätte es mich gar nicht gewundert, wenn diese blöden so genannten „Sicherheitsleute“ uns mit Gewalt entfernt hätten… Weil wir aufs Klo mussten. Nach einem Konzert, für das die 70 Euro für meine Karte noch wenig war, von dem, was wir im Laufe des Abends an Geld dortgelassen hatten, rede ich gar nicht…). Positiv wäre allerdings anzumerken, dass wir zwar wie Vieh im Klo-Vorraum gedrängt waren, aber lustig hatten wir es, nachdem der erste Ärger verflogen war. Ähm, Bono wird einen Song für uns armen, von bösen Securities unterdrückten Frauen schreiben, er weiß es nur noch nicht. 😉

Und ganz am Schluss sind wir erst gar nicht in die blöde U2 reingekommen. Ich muss sicher nicht extra betonen, dass dort kein freundliches Wiener Linien-Personal stand, das uns sagen konnte, wie, was, wo, wann. U-Bahn-Garnituren sind ja auch massenweise unterwegs gewesen. Scherzerl. Manche haben wahrscheinlich eine Stunde oder noch länger gewartet, um endlich in die Station zu kommen. Hey echt, als hätten „U2“ heute völlig überraschend vor über 70.000 Menschen im Stadion gespielt!! Frag mich echt, wer den Schmarr’n genauso genehmigt hat, ohne entsprechende Maßnahmen für Sicherheit, Abtransport etc. zu setzen. Hauptsache irgendwer verdient dran. So scheint es leider. Bloß nicht das bisschen Hausverstand aktivieren, um die Konzertbesucher gut, rasch und sicher nachhause zu bringen. Und bitte schon gar nicht vielleicht zusätzliche Busse einzusetzen oder wenigstens den 84B durchfahren lassen. Umleiten? Gibt’s nicht, sollen die blöden Leute doch sehen, wer sie heimbringt…

U2 wieder, aber bei Gastgebern, die es können

Übrigens könnte das Ganze im Nachhinein auch ein Experiment gewesen sein. Eine Schulfreundin, die ich zufällig nach dem Konzert getroffen habe, hat wohl beobachtet, dass jemand die eingepferchten Menschen vor der Station „Stadion“ gefilmt hat. Vielleicht ein Lehrvideo der Wiener Linien? Mit dem Arbeitstitel „So nicht“??

Vielleicht doch noch kurz etwas zu „U2“: Es war gut, aber nicht grandios (um eine liebe Freundin zu zitieren). Ich muss mal drüber schlafen. Trotzdem: Ein „U2“-Konzert gerne jederzeit wieder – allerdings dann sicher nicht in Wien!! 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.