Kategorie: Blog

  • Worte zweier „Wut-Donaustädter“

    Offener Brief von Sabine Karrer und Michael Woditschka,
    9. März 2012

    Frei nach „Ober-Wutbürger“ Roland Düringer: Wir sind wütend. Geladen, stinksauer, ang’fressen, zornig. Zuerst waren wir wütend auf die Wiener Linien, die Kaisermühlen nicht ausreichend an die U2 angeschlossen haben. Wütend auf die Tatsache, dass der Bus 90A nicht die läppischen paar Meter weiter zur Donaustadtbrücke fährt, sondern auf der Donauinsel Rast macht, um anschließend wieder zur U1 zurück zu fahren. Während zahlende Kunden besonders im Winter in der Kälte auf 91A bzw. 92A warten müssen. Auf die Frage, wieso das so sei, ob denn ein stehender Busfahrer billiger sei als ein fahrender – tja, eine zufriedenstellende Antwort (sprich: Erklärung) sind die Wiener Linien bis heute schuldig geblieben.

    Und wir beide waren nicht alleine wütend. Unsere Wut haben wir gemeinsam mit ein paar Freunden kurzerhand in einer Facebook-Gruppe zum Ausdruck gebracht. Woraufhin sich ein Redakteur der Bezirkszeitung bei uns gemeldet, unsere Positionen angehört und darüber berichtet hat. Mit Namen, mit Foto – logisch, wir haben ja nichts zu verbergen, im Gegenteil: Wir wollen etwas.

    Jetzt sind wir noch wütender. Was nicht am Zeitungsartikel liegt. Der war gut. Menschen sprechen uns seitdem auf der Straße an und wünschen uns alles Gute für die Aktion. Wütend sind wir, weil die FPÖ Donaustadt ein Flugblatt verbreitet, das neben gewohnt populistischen Inhalten eben auch jenen Artikel aus der Bezirkszeitung auf einer halben Seite abbildet. Freilich MIT unseren vollen Namen. Und Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir politisch keiner Partei ferner stehen als der FPÖ, die unsere Wut entfacht hat. Wir fühlen uns missbraucht. Das Mindeste wäre gewesen, vorher Kontakt mit uns und/oder dem Redakteur aufzunehmen. Nicht einmal dafür hat der Anstand der zuständigen Herren gereicht.

    Wir haben die Facebook-Initiative „Liebe Wiener Linien, verlängert endlich den 90A in Kaisermühlen zur U2“ ausdrücklich privat ins Leben gerufen – und uns bereits des Öfteren jede parteipolitische Einflussnahme verboten. Ein Hinweis, der übrigens auch hier ausnahmslos bei einigen der FPÖ nahe stehenden Personen notwendig war. Alle anderen scheinen es verstanden zu haben. Und wir scheinen in ein Wespennest gestochen zu haben. Was mit harmlosen Gesprächen unter Freunden begonnen hatte („Ich habe jetzt mal den Wiener Linien geschrieben.“ – „Aja, das habe ich schon vor Monaten, aber da kam keine g’scheite Antwort.“ – „Mich regt das auch so auf mit dem 90A.“ – „Wisst ihr was, gründen wir einfach mal eine Facebook-Gruppe und lassen wir dort unserem Unmut freien Lauf.“), rief offenbar auch die Donaustädter FPÖ auf den Plan, die die „Idee“, für eine Verlängerung des 90A zu kämpfen, als ihre ansieht („Es kommt ned so viel auf dich an, denn du hast das Rad nicht erfunden, es war die FPÖ, die dieses Problem im Jahr 2011 aufgegriffen hat und nicht ein Bürger, der sich profilieren will“, schreibt etwa FPÖ-Bezirksrat Walter Kalab in unserer [offenen] Facebook-Gruppe.)

    Erstens: Wir sind nicht eine oder zwei Personen, wir sind viele. Zweitens: Niemand will sich profilieren. Wir wollen lediglich das machen, was so gerne gepredigt wird: Uns als einfache Donaustädter für eine Sache engagieren, die uns wichtig ist, gelebte Politik im Alltag betreiben statt Parteipolitik. Drittens: Es scheint zur Taktik bzw. zum Stil zumindest einiger FPÖ-Politiker zu gehören, persönlich untergriffig zu werden. So rasch wird man also zum Spielball dieser Partei. Na bravo. Die FPÖ hat sich schon immer auf Kosten anderer versucht zu profilieren. Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten („Ich war zuerst da! Das ist mein Thema!“), sondern darum, in der Causa etwas weiterzubringen.

    Und nun? Ausgerechnet UNSERE Namen auf einem FPÖ-Propaganda-Flugblatt? Noch dazu auf diese missbräuchliche Art und Weise? Kurz waren wir schon geneigt, uns mit der Vorstellung anzufreunden, unsere Wohnungen nur noch nachts zu verlassen. Aber dann dachten wir uns: Wieso eigentlich? WIR haben nichts Schlimmes getan – im Gegenteil. WIR setzen uns für eine gute Sache ein, WIR haben dafür niemanden missbraucht bzw. instrumentalisiert. WIR können uns morgens in den Spiegel schauen. Und WIR würden jedes Mal wieder so handeln. Weil es nicht nur gut, richtig und wichtig ist, für etwas zu kämpfen. Sondern weil es auch so verdammt einfach ist. Wenn einem nicht eine Partei wie die FPÖ dazwischen funkt, um sich (wieder einmal) mit fremden Lorbeeren zu schmücken. Tja, sie waren eben ihrer Meinung nach zuerst da und sie denken nicht im Traum daran, einfache Bürger etwas in Bewegung zu bringen. (So sollte Demokratie aber eigentlich funktionieren!)

    Vielleicht sollten sich alle, die dieses System unterstützen, einmal fragen, ob sie das wirklich mittragen wollen. Ich weiß schon, Parteipolitik ist mühselig, wenig populär, zu schimpfen ist immer einfacher als sich wirklich zu engagieren. Und einige „da oben“ sind verdammt korrupt, haben keine Ahnung von den Problemen „da unten“ und man möge sich auch über vieles berechtigt ärgern. Wir verstehen das! Aber werfen Sie bitte einmal einen Blick hinter die Kulissen. Das hier ist ein Paradebeispiel für manipulatives und instrumentalisierendes Verhalten.

    Sabine Karrer, Michael Woditschka

    Hier der vorangegangene Artikel aus der Bezirkszeitung – das FPÖ-Flugblatt, um das es hier u.a. geht, mag ich ehrlich gesagt nicht abbilden…

     

  • Zum Weltfrauentag: Meine Oma

    Meine Oma war in gewisser Hinsicht ein Freak. Klingt nicht nett, ist aber Tatsache. Und vermutlich hat sie ihr nicht sehr einfaches Leben zu dem gemacht, wie ich und andere sie eben auch kannten: eigensinnig, starrköpfig, schwierig, in gewisser Weise sogar ein wenig manipulativ. Trotzdem: Immer wieder kommt mir der Gedanke, dass ich ihr, als sie noch lebte, eigentlich viel zu selten gesagt habe, dass ich sie mag. Dass ich bewundere, wie sie ihr Leben gemeistert hat. Unsere vor allem in ihren letzten Lebensjahren viel zu selten gewordene Begegnungen (ich in Wien, sie in Innsbruck) waren viel zu oft überschattet von Streitereien, Beschwichtigungs- und Fluchtversuchen.

    Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten Besuch bei ihr: Sie bekam neue Fenster und ich sollte sie ein wenig unterstützen, während die Arbeiter in ihrer Wohnung ein- und ausgingen. Letztlich trieb sie den Meister dermaßen auf die Palme, dass sich meine Unterstützung fast ausschließlich darauf beschränkte, den bereits nach wenigen Stunden völlig entnervten Mann dazu zu bewegen, seine Arbeit vernünftig zu Ende zu bringen und für die Nacht (nicht alle Fenster waren fertig eingebaut, es war kalt) wenigstens die Löcher notdürftig zu stopfen, damit vor allem meine damals schon über 80-jährige Oma nicht frieren musste. Am nächsten Tag versuchte ich sie davon abzuhalten, auf einen wackligen Tisch zu kraxeln. Was sie freilich dennoch tat (die Frau war trotz ihres Alters ziemlich kräftig und ich bin nicht gewalttätig ;)), nachdem ich mich zuvor geweigert hatte, mir selbst Knochenbrüche zuzuziehen. Schließlich ließ sie sich von mir wenigstens wieder vom Tisch herunter helfen, nachdem ihr selbst klar geworden war, dass sie in einer blöden Situation feststeckte, in der es kein Vor und Zurück für sie gab.

    Nach zwei oder drei Tagen verließ ich nach unzähligen weiteren solcher Situationen und Streitereien fluchtartig die Innsbrucker Wohnung – und lief im Hauseingang vollkommen aufgelöst geradewegs meiner Mama in die Arme, die gekommen war, um mich abzulösen. Meiner Oma erzählte ich später an diesem Tag, dass ich direkt nach Wien zurück fahren würde, nur um mich dann vorher noch heimlich mit meinem Cousin zu treffen. Auch das hätte nur wieder unnötige Diskussionen gegeben. Schwierige Familiengeschichte halt.

    Ein Jahr später war meine Oma tot. Wir hatten es leider nicht mehr geschafft, pünktlich in der Uniklinik Innsbruck anzukommen, um uns zu verabschieden. Die Bahnfahrt dauerte einfach zu lang. Wer weiß, vielleicht hätte sie es noch mitbekommen, auch wenn sie nicht mehr ansprechbar war. Doch trotz aller Differenzen: Ich denke, sie wusste, dass ich sie lieb hatte.

    Eine echte „Weltfrau“

    Als meine Familie und ich in den darauffolgenden Wochen jede freie Minute in Innsbruck verbrachten, um die Wohnung aufzulösen, hatte ich dann zum ersten Mal das Gefühl, diese Frau wirklich so kennenzulernen dürfen, wie sie war. Über 100 Quadratmeter voll mit Andenken an eine Zeit, in der teilweise noch nicht einmal meine Mama – geschweige denn ich – als neue Erdenbürger eingeplant waren. Und an uns. Es war wie ein Ausflug in die Vergangenheit: Eine, die ich miterlebt hatte, und eine, die neu für mich war.

    Und das macht meine Oma letztlich zu einem Menschen, der sich – wie so viele Frauen – eine Anerkennung am 101. Weltfrauentag verdient hat. Weil sie das Beste aus ihrem Leben gemacht hat. Und meine Mama in die Welt gesetzt hat. 😉 Omas Leben, das waren eine schwierige Kindheit als jüngere von zwei Schwestern unter mehreren älteren Brüdern, ärmliche Verhältnisse, die Heirat eines Mannes letztlich auch oder vor allem, um dem elterlichen Zuhause zu entfliehen (in einem der wenigen Momente, in denen sie einmal mit mir über diese Zeit sprach, sagte sie das zumindest), der für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Austritt aus der katholischen Kirche, eine nicht ganz einfache Ehe… Sie war jahrelang alleinerziehend, während er im Krieg war, später folgte die Schuldenanhäufung meines Opas mit seiner Firma, die auch die sie noch viele Jahre lang abbezahlen musste, schließlich die durch sie eingereichte Scheidung, als meine Mama noch ein Kind war – und wieder stand sie als Alleinerzieherin da. Dennoch hat sie ihr Leben lang hart gearbeitet und vieles auf die Beine gestellt.

    Trotz all ihrem Mut: Unter dem Status der „geschiedenen Frau“ litt meine Oma ihr Leben lang. Als wir im Krankenhaus gefragt wurden, ob es denn in Ordnung sei, wenn sie mit ihrem Ehering bestattet würde, antworteten wir nur: „Naja, sie war zwar seit Jahrzehnten geschieden, aber eigentlich hat sie den Ring auch danach nie abgelegt. Warum also sollte das jetzt passieren?“ Dass das Beerdigungsinstitut mir später den Ring dennoch ungefragt aushändigte, finde ich manchmal sogar ein wenig schade, auch wenn das sehr für deren Ehrlichkeit spricht.

    Meine Oma hasste Muttertage, Valentinstage, Sonntage… „Da sind doch die ganzen Paare, die Familien unterwegs, da will ich gar nicht raus gehen“, erklärte sie manchmal. Mit ihrem Biss (Starrsinn, Eigensinn,…) hätte sie vermutlich ganz Großes schaffen können. Vielleicht hätte sie besser in „meine“ Zeit gepasst als in „ihre“. Einmal sagte sie zu mir: „Weißt du, ihr habt es heute schon viel besser. Ihr habt so viele Möglichkeiten, ihr müsst nicht heiraten, um nicht mehr abhängig von euren Eltern zu sein, du hast deine eigene Wohnung, kannst dir deinen Mann wirklich selbst aussuchen. Ich finde das toll!“ Sie hat recht.

    Schade nur, dass selbst in „meiner“ Zeit Frauen im Durchschnitt noch immer weniger verdienen als Männer, wesentlich seltener in Cheftetagen zu finden sind, nicht die gleichen Rechte haben und auch heute noch Frauen bei ihren zum Beispiel gewalttätigen Männern bleiben weil es eben so ist oder weil sie sich vor einem Leben alleine fürchten. Der Weltfrauentag – der mit 101 Jahren älter ist als meine Oma heute wäre – war nie Thema zwischen ihr und mir. Aber ich glaube, ihr hätte das gefallen. Und sie würde dieses Blogpost hier mögen. Vielleicht drucke ich es aus und lege es an ihr Grab, wenn ich wieder einmal in Innsbruck bin…

    Die fesche Dame in der Mitte war meine Oma 😉

     

  • “Aber sie haben Samen!” / Brunch-Gespräche

    Heute Vormittag in einem netten Wiener Lokal beim Sonntags-Brunch mit Freunden: Zwischen ein paar Lachsbrötchen, Mini-Schnitzel mit viel diskutiertem Erdäpfelsalat (ich mochte ihn, F. nicht), der zumindest in meinem Fall erfolglosen Jagd nach etwas Eierspeise (frisch zubereitet, demnach muss man schneller sein, als ich es Sonntags vor 12 Uhr in der Regel bin ;)) und hausgemachtem Apfelstrudel kommt irgendwann das Thema Beziehungen auf. Bis dahin habe ich H. noch nie getroffen, aber wir scheinen in mancher Hinsicht auf der gleichen Welle zu schwimmen. Besonders, was Online-Partnerbörsen angeht. Zuvor habe ich ihr das Single-Dasein-Bullshit-Bingo gezeigt. „Versuch’s doch mal online“ lautet da nämlich einer dieser großartigen Tipps für vermeintlich arme Menschen wie uns, die offensichtlich noch nicht den Mann fürs Leben (oder einen Abschnitt davon) gefunden haben.

    Wer Abstriche macht, hat’s leichter

    H. erzählt von Freundinnen, die ihre jetzigen Freunde und Ehemänner – allesamt „Suchergebnisse“ aus Online-Partnerbörsen wie Parship, Websingles und Co – „im normalen Leben nie getroffen hätten. Und das hat vielleicht auch einen Grund, nämlich weil die meisten von ihnen praktisch nichts gemeinsam haben!“ Ich verstehe, was sie meint. Werfe zwar ein, dass es für manche Menschen dennoch ein guter Weg sein könne, aber eben vor allem für die, denen es eher schwer falle, länger ohne Beziehung zu sein (ohne das werten zu wollen, wirklich nicht).

    Aber warum suchen wir überhaupt? Wie viele Frauen um die 30 gibt es, die nicht insgeheim etwas gegen ihr Single-Dasein unternehmen wollen? Die sich tatsächlich mit so viel weniger zufrieden geben, als sie eigentlich verdienen, nur um nicht alleine zu sein? Oder um sich den Traum von der eigenen Familie erfüllen zu können, bevor die viel zitierte „biologische Uhr“ abläuft? Und – ohne verallgemeinern zu wollen – warum sind die meisten „guten Männer“ in unserem Alter bereits vergeben? Was bleibt denn?

    Sowas in der Art muss sich auch eine von H.s Freundinnen gedacht haben, als sie ihren Lebensgefährten zu eben diesem gemacht hat. Er scheint echt kein netter Kerl zu sein. Und sie ist offenbar mehr als zu gut für ihn. Nach allem, was ich heute gehört habe, kann ich ihr nur wünschen, dass sie noch genug unterstützungswillige Freunde auf ihrer Seite hat, wenn sie eines Tages begreift, dass es vielleicht doch besser ist, ihn zu verlassen.

    Samenspender gesucht?

    Ist die Angst vor dem Alleinsein wirklich so groß, dass Frauen sich freiwillig schlecht behandeln lassen? Lieber eine langweilige oder nervenaufreibende Beziehung mit jemandem führen, als sich in Geduld zu üben? „Idioten, echt“, zische ich. „Aber sie haben Samen!“ lacht unsere Freundin D. in ihrer erfrischend-offenen Art, für die man sie einfach lieben muss. Stimmt, sie sind in der Regel Garant für ein, zwei oder mehr gemeinsame Kinder, die früher oder später allerdings ohnehin vaterlos aufwachsen werden, weil ihre Mutter irgendwann aufwachen wird. Oder Papa Frosch irgendwann eine noch „Dümmere“ findet, die er besser gängeln kann.

    H. und ich jedenfalls wollen auch weiterhin nicht suchen. Wenn uns irgendwann doch „Mr. Right“ über den Weg laufen sollte, fein! Aber bis dahin können wir sämtliche Energie, die andere in schlecht laufenden Beziehungen verpulvern, in Projekte stecken, die uns wichtig sind. Spontane Urlaubsreisen machen. Und den Sonntags-Brunch mit Freunden genießen, die entweder auch Singles sind oder tatsächlich so coole Partner haben, dass „verlängerte Vormittage“ auch gemeinsam mit ihnen Spaß macht – ihren Freundinnen bzw. Frauen ebenso wie uns. Das sind nämlich die wahren Herzbuben. ♥ ♛

    Frühstück mit Fröschen, c uschi dreiucker /

     

    c uschi dreiucker / pixelio.de

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  • ValenDIENSTAG

    Jedes Jahr das gleiche Bild: Halbverwelkte Wegwerfblumen und schachtelweise Pralinen im vermeintlichen Sonderangebot an den Supermarktkassen, Ramsch und Kitsch in Hülle und Fülle beim Blumenhändler ums Eck, umher eilende Männer, irre blickende Männer, die um keinen Preis mit leeren Händen bei der Gattin/Freundin/Geliebten auftauchen wollen. Verständlich. Manch‘ einer wurde am Valentinstag schon mit dem Nudelwalker erschlagen. Erzählt man sich zumindest in (Ehe-)Männer-Kreisen.

    Wie gut, dass der Valentinstag heuer ein ValenDIENSTAG ist. Ein Dienstag wie jeder andere auch. An dem sich Frau sowieso nichts wünschen darf. Sondern das bekommt (wenn überhaupt), was dann für den Rest des Jahres vertrocknet und traurig über dem Küchenkasten angebracht wird. „Schau mal, das hab ich von meinem Süßen bekommen“, säuselt sie dann vielleicht teils verlegen, teils stolz vor ihren Freundinnen. Und was ist an den restlichen 364 (bzw. heuer 365) Tagen? Wie viel Sinn für Romantik hegt die so genannte „bessere Hälfte“ da so?

    Einfach, aber nicht zu einfach

    Ich weiß, ich weiß… Es mag auch von Grund auf romantische Männer geben. Haut mich nicht, falls einer von euch mitlesen sollte, ich will ja nichts verallgemeinern. Aber den wirklich „ritterlichen“ Männern wird vermutlich sowieso irgendwas Besseres einfallen, als einen Bund halbverdorrter Rosen nachhause zu bringen, den Frau ihm auch nachwerfen könnte, würde sie ihn nicht… hach… so sehr lieben.

    Worüber ich mich zum Beispiel freuen würde: Etwas Persönliches. Etwas Selbstgestaltetes. Und sei es eine Fotocollage von echtleinwand.at (für nächstes Jahr dann halt ;)) oder ein selbst gemachtes Fotobuch. Oder ein Mixtape. Oder ein wirklich gutes Buch mit süßer Widmung. Oder einen coolen Frosch, was aber vom vermeintlichen Prinzen (haha) ein bisschen seltsam wäre… Oder einfach nur ein paar liebe Zeilen, warum ER mich gern hat. Es sind eben oft die kleinen, unerwarteten Dinge, die das Leben bereichern.

    Ja verdammt, und natürlich würde ich mich auf über Blumen freuen, ich bin nicht komplett komisch. Aber dann darf es gerne auch diese hier sein, Mann könnte sie allerdings vorher ausschneiden und sie bestenfalls sogar noch auf Karton aufkleben. Ein weiterer Vorteil der Zeitungs-Rose: Sie hält für immer, sofern es denn so sein soll.

    Eine Rose zum Valentinstag vom Kurier

    Der Valentins-Skeptiker

    Er hier bräuchte sich übrigens im Grunde tatsächlich keine Gedanken über den Valentinstag zu machen. Ich bezweifle nämlich stark, dass einer wie er jemanden hat, den er beschenken könnte (eine Unterstellung übrigens, die er auch gleich zu Beginn des Interviews mit „info tv leipzig“ zurück weist, klar…). 😉

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  • Happy New Year!

    Die Froschkönigin war mal wieder im Kino. Genauer gesagt spontan mit einem lieben befreundeten Paar in der Spätvorstellung des UCI Milleniumcity. Ur gemütlich! Ein ganzer Kinosaal für sieben Menschen. Absolute Fußfreiheit war da noch die geringste Annehmlichkeit. 😉

    Aja der Film. „New Year’s Eve“ (zu ‘deutsch’ „Happy New Year“, öhm…) haben wir gesehen: Ein super süßer, witziger Film mit einem grandios aussehenden Jon Bon Jovi (neben dem sogar Hollywood-Schönling Josh Duhamel untergeht!).

    Und jetzt kommt das ABER: Bitte lasst mich doch in Ruhe mit diesen Schicksals-Spielchen, liebe Produzenten und Drehbuchautoren. Ist ja okay, dass Hillary Swank es gerade noch rechtzeitig schafft, ihren sterbenden Vater zu sehen, mit dem sie sich zerstritten hatte. Aber wie blöd ist bitte eine Frau, die ihren Traummann trifft und ihm dann mitteilt, er solle sie einfach nächste Silvesternacht an der gleichen Stelle wieder treffen, wenn er dann auch noch wolle?! Geh biiiitteee! Das ist genauso bescheuert, wie „Ich schreib einfach meine Telefonnummer in dieses Buch, geb’s her – und wenn du es irgendwann in einem New Yorker Antiquariat wieder findest, dann ruf mich doch an.“ Hallo?! Frau?!! Geht’s noch??!

    So laut zeternd bin ich dann aus dem Kinosaal gegangen. Mit verstellten Stimmen, versteht sich, verschiedene Rollen und so. 😉 Aber ansonsten: Wirklich lieber Film, großartig besetzt (so großartig, dass für Alyssa Milano offenbar nur noch die Krankenschwestern-Nebenrolle geblieben ist) – anschauen! Wenigstens auf DVD/BlueRay, kommt eh bald raus (Genauer gesagt erst Ende des Jahres, also vielleicht doch noch rasch ins Kino gehen!).

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  • 3×3 am Dienstag [#7]

    bummvoll | behübscht | belagert
    erleuchtet | erschienen | bummzua
    beschenkt | beleuchtet | beschienen

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  • 3×3 am Dienstag [#6]

    Nürnberger Advent

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  • 3×3 am Dienstag [#5]

    Schön | langsam | kommt
    sogar | jemand | wie
    ich | in | Weihnachtsstimmung ;-)

    .

  • 3×3 am Dienstag [#2]

    Herbstwetter genossen | Ente bequatscht | süßes altes Paar beobachtet
    Fanbeweis am Donauturm gesichtet | neue Wege gesucht | Frösche gefunden
    die Nacht zum Tag gemacht | Simon Bolivar getroffen | Wildnis in Wien erlebt

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  • 3×3 am Dienstag [#1]

    Literaturbloggerin Cara hatte eine tolle Idee, die ich mir nun für mein Blog „ausborgen“ werde. 3×3 am Dienstag (DDD) heißt: 3×3 Bilder, 3×3 Erlebnisse, 3×3 tolle Momente. Und das alles im Laufe einer Woche. Ich kann nicht versprechen, dass ich es jede Woche schaffen werde, ebenso nicht, dass es jeden Dienstag neue Fotos geben wird (heute ist ja auch schon Mittwoch, aber wenn nicht jetzt, dann nie ;)). Tolle Fotos zu produzieren wird allerdings das geringste Problem sein, meine Canon und ich sind ja fast schon unzertrennlich…

    Hier also mein 3×3 #1:

    Krähe verfolgt | Friedhof besucht | Ausstellung eröffnet
    Liebesbeweis gesichtet | Wandern gewesen | Herbsttag genossen
    Ruhe gefunden | Sonnenuntergang erlebt | Enterich geärgert