Kategorie: Blog

  • Ein Spendenschwein, ein Bussi, eine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Menschen. Zum Tod von Karlheinz Böhm.

    „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.“ (Albert Schweitzer)

    Ich darf mich zu jenen glücklichen Menschen zählen, die Karlheinz Böhm noch persönlich kennenlernen durften. Damals war ich ein Kind und er bereits weit mehr als der fesche Franzl aus den Sissi-Filmen. Es muss Anfang der 90er-Jahre gewesen sein. Meine Mutter engagierte sich für Böhms Hilfsorganisation Menschen für Menschen und als mein kleiner Bruder und ich wieder einmal gemeinsam unsere Geburtstage feiern wollten, war ziemlich bald klar, dass wir an Stelle von Geschenken Geld für Menschen für Menschen sammeln würden. Ich weiß nicht mehr, wie viel damals zusammen kam, aber das selbstgebastelte, rosarote Spendenschwein war ganz gut gefüllt. Aus heutiger Sicht war es dennoch nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber als Kind war ich ziemlich stolz darauf. Und immerhin war es Karlheinz Böhm, der einmal sagte, Mutter Teresa habe ihn mit einer einzigen Aussage einst selbst ermutigt: „Ein einzelner Tropfen ist zwar wenig, aber ohne Tropfen kann es kein Meer geben.“

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  • Ohne Stammlokal ist alles doof

    Ohne Stammlokal ist alles doof

    Einer der ersten Artikel, den ich für die Wiener Zeitung verfassen durfte, trägt den schönen Titel Das zweite Wohnzimmer nebenan. Die Grundaussage: Jeder sollte ein Stammlokal haben. Paradox, dass jetzt ausgerechnet die Autorin dieser Geschichte von einem Tag auf den anderen ohne ihr „zweites Wohnzimmer“ da steht.

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  • Wir sehen einander bei Facebook. Und (dann) auf einen Kaffee.

    Wir sehen einander bei Facebook. Und (dann) auf einen Kaffee.

    Wir leben in einer Parallelwelt. Das ist schlecht. Aber auch gut. „Wie antidigital ist die digitale Zukunft?“ haben Bernhard Heinzelmaier und Philipp Ikrath von der Trendagentur tfactory sowie Beate Grosegger vom Institut für Jugendkulturforschung kürzlich im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation gefragt. Wie erleben junge Menschen digitale Medien und wie gehen sie damit um? Ist der „Aussteiger“ von heute der Freak von gestern? Und wird es tatsächlich so sein, dass das Kind oder der junge Erwachsene mit ADHS künftig als „normal“ gelten wird, während jene, die Bücher lesen, sich in Ruhe mit sich selbst beschäftigen, als seltsam wahrgenommen werden, wie Heinzelmaier mutmaßt?

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  • Tiefe Gräben

    Leicht gekränkt darf man als politisch interessierter Mensch, der sich klar gegen Rechts ausspricht, dieser Tage nicht sein. Zumindest nicht in Österreich, wo am Sonntag immerhin rund jeder fünfte meiner Landsleute die FPÖ gewählt hat. Ich sei intolerant, weil ich andere ausgrenze, habe ich gleich mehrmals in Folge gehört. Weil ich nämlich eine Partei ausgrenze, die selbst andere ausgrenzt. Die ganz massiv gegen Minderheiten hetzt. Das Ironische dabei: Ich habe nicht einmal die Macht, die Rechtspopulisten tatsächlich auszugrenzen. Leider. Ich kann nichts dagegen tun, dass Susanne Winter nun schon wieder in „mein“ Parlament einzieht. Die Politikerin war vor wenigen Jahren offiziell wegen Hetze verurteilt worden.

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  • Qual der Wahl

    Ein bisschen beneide ich diejenigen, die ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben haben. Aber erstens zelebriere ich den Wahlsonntag bis heute: Ich mag es, in meinem Sprengel bekannte Gesichter zu sehen, ich mag es, mit den Leuten zu plaudern, ich mag es, wenn langsam die ersten Hochrechnungen reinkommen. Und was viel wichtiger ist: Ich habe – wie angeblich derzeit noch jeder vierte wahlberechtigte Österreicher – keine Ahnung, wem ich meine Stimme geben soll. Selbstverständlich kann ich einige Parteien für mich ausschließen: Weil sie absolut nicht annähernd das vertreten, wofür ich lebe und stehe, weil sie niederträchtige, menschenverachtende Wahlkämpfe bzw. Schlammschlachten führen und in Wirklichkeit wohl sogar noch näher am braunen Rand zu finden sind, als es ihre Plakate und Programme verlautbaren, weil ich Profilierungssüchtige von noch Profilierungssüchtigeren glaube, unterscheiden zu können.

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  • Bitte gehen Sie weiter. Hier ist nichts erlaubt!

    Anlässlich der aktuellen Raucher-/Nichtraucherdiskussion in Wien holen Rauch(er)hassende Nichtraucher wieder einmal ihre schönsten Argumente hervor: Die armen Kinder, die zwangsbeglückt werden! Die armen Mitarbeiter in Lokalen, die den Rauch aushalten müssen! Die armen Nichtraucher, die in Raucherräumen und Raucherlokalen von bösen Rauchern belästigt werden! Die typisch österreichische „Zwischenlösung“ konnte nicht funktionieren – verbieten wir das Rauchen gleich überall! In anderen Ländern funktioniert es doch auch!

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  • Was ist Liebe? Eine Ausstellung (wird kommen)

    Kann man das überhaupt? Die Liebe ausstellen? Ich sag‘ mal so: Im Herbst werden wir es wissen… Weil es nämlich wieder einmal an der Zeit ist, eine Fotoausstellung zu planen und durchzuführen. Und weil die meisten von uns zwar ständig von Liebe und Verliebtsein sprechen, aber oft gar nicht so genau wissen, was wir damit wirklich meinen. Habt ihr euch nicht auch schon gefragt, wie ihr dieses komische Gefühl in der Magengrube interpretieren sollt? Und wie eine Weiterentwicklung davon aussehen bzw. sich anfühlen könnte?

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  • Boston? Bagdad? Tot ist tot, traumatisiert ist traumatisiert.

    Ich kann manche Diskussionen über den Bombenanschlag in Boston kaum noch aushalten. Man möchte schreien, wenn man die Bilder aus den USA sieht. Und ja, vielleicht geht es nicht allen Europäern so, aber genauso möchte man ich bei den Bildern schreien, die aus Bagdad und anderen Kriegsgebieten dieser Welt gesendet werden.

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  • U-Bahn-Wirrwarr

    Vor meinem inneren Auge läuft gerade folgender Film ab: Hunderte Anhänger einer bestimmten Fußballvereins mussten soeben miterleben, wie „ihre“ Mannschaft das vielleicht wichtigste Spiel der Saison hoch verloren hat. Der Meistertitel scheint in weite Ferne gerückt. Die Stimmung ist aufgeheizt, manche Fans sind alkoholisiert, trotzdem hat es die Masse irgendwie geschafft, sich in die inzwischen eingefahrene U-Bahn-Garnitur zu stapeln. Immer noch mehr Menschen versuchen, sich in den Zug zu drängen. Wenigstens geht es jetzt nach Hause.

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  • Gleiches Recht für alle!

    Kommenden Freitag heiraten zwei liebe Freundinnen von mir. Eigentlich ist „heiraten“ ja das falsche Wort, offiziell nennen wir es in Österreich „Eingetragene Partnerschaft“. Wieso? Weil die (von Menschen gemachte!) Ehe zwischen Mann und Frau angeblich heilig und damit nicht für jeden zugänglich ist. Schlimm genug. Ich darf übrigens auch keine Trauzeugin sein, sondern nur irgendeine Begleitperson. Immerhin hat der Verfassungsgerichtshof den Paaren mittlerweile das Recht auf offizielle „Begleitpersonen“ zugesprochen. Bis vor ein paar Wochen hätte es für mich noch geheißen: Dabei sein ist alles. Juhu. Immerhin.

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