Kategorie: Blog

  • DVD-Tipp: The Blind Side

    Verwunderlich finde ich es ja nicht, dass Sandra Bullock für „The Blind Side – Die große Chance“ einen Oscar eingeheimst hat. Sie spielt die Rolle der toughen Innenarchitektin und zweifachen Mutter so grandios, dass man denken könnte, ihr sei die Rolle auf den Leib geschneidert worden. Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock) und ihre wohlhabende Familie nehmen den 17-jährigen Michael Oher, der bisher von einer Pflegefamilie zur anderen weitergeschoben wurde, bei sich auf. Später übernehmen sie sogar die Vormundschaft für „Big Mike“, der oberflächlich betrachtet eigentlich gar nicht in ihre Welt passt. Gegen alle Widerstände setzen sie sich durch und helfen Michael schließlich nicht nur zum nötigen schulischem Erfolg, sondern auch zu einer großen Football-Karriere in der NFL.

    Als große Zweiflerin kann ich es dagegen kaum glauben, dass „The Blind Side“ auf einer wahren Geschichte basieren soll. Ist aber so, es gibt eine Romanvorlage und der echte Michael hat tatsächlich in der NFL Karriere gemacht. Im Film wird er auch mehrmals mit seinen richtigen Adoptiveltern gezeigt. Warum ich es nicht wirklich glauben kann, ist ganz einfach: Weil Menschen im wahren Leben einfach selten bis nie so gut sind wie die Tuohys. Und die Leben von benachteiligten Menschen wie Michael selten nach oben verlaufen.

    Jedenfalls kann ich nur empfehlen: Anschauen! Unbedingt!!

    DVD „The Blind Side“ (dt. Titel: „Blind Side – Die Große Chance“)
    USA, 2009
    Regie und Drehbuch: John Lee Hancock
    Mit: Sandra Bullock, Tim McGraw, Quinton Aaron, Kathy Bates u. a.

    Offizielle Website

  • Bandtipp: Eternal Tango

    Zur Abwechslung empfehle ich an dieser Stelle einmal eine Band: Eternal Tango aus Luxemburg. Bisher zweimal live gesehen, das neue Album ständig im CD-Player und die Playlist läuft am MP3-Player auf und ab. Die erste Dosis „Eternal Tango“ hat es für mich in der Arena Wien gegeben, als Warm-Upper für „The Casting Out“. „Eternal wer??“ hab ich da noch gefragt, war begeistert angesichts des Auftritts (fast noch ein Stück mehr als von dem des Hauptacts, wobei ich die auch extrem genial finde) und bin dann doch ohne CD nachhause gegangen. Endgültig überzeugt haben mich die Burschen am Donauinselfest 2010,wo sie die FM4-Bühne gerockt haben. Da hatten sie mich wirklich! Die Fünf sind nämlich nicht nur aus der Dose super, ihre Live-Auftritte sind einfach genial – und humorvoll.

    Auch als Nicht-Musik-Kritikerin ist es für mich absolut keine Überraschung, dass „Eternal Tango“ kürzlich sogar als Vorband von „Bad Religion“ während ihrer Deutschlandtour unterwegs waren. Und man erlaube mir eine kleine persönliche Bemerkung: Als Vorgruppe von U2 am Montag im Praterstadion würden „Eternal Tango“ Wien höchstwahrscheinlich um einiges mehr rocken als … Nein, nicht U2!!! Das nicht!! 😉 … Als diese faden „One Republic“ meine ich natürlich. Bono, mach was!!

    Meine Favoriten auf dem aktuellen Album: „Da/Da“ und natürlich „The Golden City“. Aber hört selbst rein!

    Und hier noch das offizielle Video zu „The Golden City“:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=y7BQyzJrB3o]

    Mehr: www.eternaltango.net

  • Buchtipp: Phi Phi Island

    Josef Haslinger und mich verbindet in gewisser Weise etwas. Er weiß es nur nicht. Am 26. Dezember 2004 erschütterte uns alle die Nachricht über die Riesenwelle, die große Teile Asiens zerstört hat. Sofern ich mich erinnere, war es am Anfang noch keine große Schlagzeile, dann kamen aber stündlich neue Nachrichten herein. Große Teile Asiens, darunter Thailands Küste, wurden durch den Tsunami zerstört. Ich hatte sicher schon einmal von einem Tsunami gehört, aber es war nichts, was mich beunruhigt hätte. Gibt es ja in Österreich nicht. Und dann hat er einfach so hunderttausende Menschen in den Tod gerissen. Familie auseinander gerissen. Mir ist bewusst, dass der Medienhype nie so groß geworden wäre, hätten die Wassermassen nicht so viele Touristen getötet. Aber hier geht es nicht um erhobene Zeigefinger, sondern um zutiefst Menschliches.

    Namenslisten

    Jedenfalls kann ich mich noch genau daran erinnern, im Laufe dieser letzten Tage des Jahres 2004 – auf der Suche nach Neuigkeiten – auch Listen mit unzähligen Namen von Vermissten, Verletzten und Toten durchgeschaut zu haben. Warum kann ich nicht einmal sagen. Zwar waren kurz vor dem Tsunami ein paar Freunde und Bekannte von mir in betroffenen Gebieten oder in der Nähe aus Urlaub. Aber die waren alle längst wieder zurück. Ich habe also nichts Bestimmtes gesucht. Dann habe ich auf einer der Listen aus den Krankenhäusern den Namen „Haslinger, Josef“ entdeckt. Ich weiß nicht mehr, ob er zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst galt.

    Mir ging das sehr nahe. Denn Haslinger hatte für mich ein Gesicht. Man denkt ja oft, man kenne Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, ein Stück weit. Man identifiziert sich. Ist natürlich Blödsinn, aber es ist so.

    Erinnerungen

    Irgendwann vor ein paar Monaten ist mir dann beim Stöbern in einem Buchgeschäft Phi Phi Island in die Hände gefallen. Haslinger hat darin gewissermaßen das Erlebte aufgearbeitet. Warum das gesamte Werk in Kleinbuchstaben verfasst ist, löst der Autor erst später auf. Als er auf der Insel Koh Phi Phi gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Kindern von der Flut erfasst wurde, hat er sich schwer an der Hand verletzt. Damit lässt sich die Umschalttaste natürlich schwer bedienen.

    Ich verschlinge jeden einzelnen Buchstaben, bekomme immer wieder Gänsehaut. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, was diese Vier in Thailand durchgemacht hat. Was so viele erlebt haben, die ihre Familie nicht mehr in die Arme schließen konnten. Haslinger schreibt offen über das Erlebte. Beschreibt, wie er ein Jahr nach dem Tsunami nach Koh Phi Phi zurückgekehrt ist. Bringt die Erlebnisse von 2005 mit den Erinnerungen an 2004 in Verbindung. Berührt mich tief im Inneren, wenn er etwa die freundliche und hübsche Rezeptionistin beschreibt, die die Familie in Empfang genommen hatte. Die er auf Fotos wiedererkannt hat, die umgekommene Mitarbeiter des Phi Phi Princess zeigten. Oder Emines Freund, mit dem er sich am Weg zur Insel noch unterhalten hatte. Wie hart der abrupte Abschied von Emine war, die zwei Tage lang wie ein fünftes Familienmitglied war, als sie auf dem Dach des Hotels Zuflucht fanden. Wie sie eine Wasserflasche und eine Rolle Klopapier horteten, als wäre es ein Schatz. Und wie schwer es ihnen allen fiel, nach dem Erlebten wieder in den Alltag zurück zu finden.

    Dass Haslinger eigentlich nicht vor hatte, dieses Buch zu schreiben, verstehe ich. Dass er es trotzdem gemacht hat, bewundere ich. Nicht, weil ich auf Seelenstriptease stehe. Das ist „Phi Phi Island“ definitiv nicht. Aber weil er den Mut hatte, seine Gedanken und Erinnerungen zu Papier zu bringen. Ohne auf die Tränendrüse zu drücken, ohne Pathos. Und dass er es Menschen wie mir ermöglicht, daran Teil zu haben. Das Unfassbare ein Stück weit zu fassen – sofern das überhaupt möglich ist.

    Josef Haslinger
    Phi Phi Island – Ein Bericht
    S. Fischer Verlag, 2007
    ISBN 978-3-10-030059-1

    Einen sehr guten Artikel zum Tsunami in Thailand 2004 findest du übrigens hier.

  • DVD-Tipp: Into the Wild

    Titel: „Into the Wild“ / Erscheinungsjahr: 2007 / Länge: 148 Minuten / Regie: Sean Penn Drehbuch: Sean Penn, Jon Krakauer (Romanvorlage) / Produktion: David Blocker, Frank Hildebrand, John J. Kelly, Art Linson, Sean Penn, William Pohlad / Musik: Michael Brook, Kaki King, Eddie Vedder, Claude Chalhoub / Kamera: Éric Gautier / Schnitt: Jay Lash Cassidy / Besetzung: Emile Hirsch, Vince Vaughn, Marcia Gay Harden William Hurt, Jena Malone, Brian Dierker, Catherine Keener, Kristen Stewart, Hal Holbrook u. a.

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  • McMenschenleben

    Wer mich kennt weiß, dass mir relativ selten die Worte fehlen. Über den schrecklichen Ausgang der Loveparade in Duisburg wollte ich schreiben, seit es passiert ist. Aber ich konnte nicht. Wahrscheinlich, weil es zu unfassbar ist. Weil die meisten von uns schon einmal in einer Situation waren, in der sie dachten „oje, das geht vielleicht nicht gut aus“. Aber freilich ist es bei uns gut ausgegangen. Hier nicht. Nun haben wir alle die Bilder des Dramas gesehen. Auf YouTube oder auf Blogs und in diversen Foren. Wir haben gelesen und gesehen, wie gerade noch ausgelassen Feiernde die Katastrophe er- und überlebt haben. Wie groß die Anteilnahme auch unter jenen ist, die nicht einmal in der Nähe waren. Wen das kalt lässt, der trägt sein Herz kaum am rechten Fleck. Was meinen Sie, Frau Hermann?

    Rainer Schaller und Adolf Sauerland sind nur zwei Namen, die stellvertretend stehen für eine menschenverachtende Macht: die von Profitgier und Profilierungssucht. Ich nehme beiden sogar ab, dass sie derzeit nicht gut und nicht viel schlafen. Wahrscheinlich tut es ihnen sogar leid. Ihnen und allen anderen, die sich jetzt gegenseitig beschuldigen. Bis hin zu den vielzitierten „kleinen Rädchen“, den Bauhacklern und Ordnern, die möglicherweise blind Befehle ausgeführt haben, die sie insgeheim für unverantwortlich gehalten haben. Menschen, die sich – wie nach und nach herauskommt – haben unter Druck setzen lassen, die mörderischen Pläne zu unterschreiben. Und Mächtige aus Politik und Wirtschaft, die wohl unter Druck gesetzt haben. Auch wenn natürlich die Unschuldsvermutung gilt.

    Fakt ist: 1,4 Millionen vorwiegend junge Menschen wollten feiern. Love, Peace and Techno. Sie alle haben sich vertrauensvoll in die Hände von Stadt und Veranstalter begeben. So wie wir es machen, wenn wir ein Flugzeug besteigen oder ein Lokal besuchen. Wir müssen vertrauensvoll davon ausgehen, dass alles Menschenmögliche getan wird, um für unsere Sicherheit zu garantieren. Nun sind 21 Menschen tot. Und über 500 wurden teils schwer verletzt. Eltern müssen dieser Tage ihre Kinder begraben. Für Hunderte und Tausende wird das Leben nie mehr so sein wie vor dem 24. Juli 2010.

    Gerichte werden die Schuldfrage klären. Darauf berufen sich ja auch die nach unserem Verständnis Schuldigen. Schaller, Sauerland, Behörden und Co hüllen sich weitgehend in Schweigen. Ja, es tue ihnen leid. Was passiert sei – aber Schuld hätten letztlich trotzdem die anderen. Oder (ich empfinde das als blanken Hohn angesichts der im Internet kursierenden Handyvideos) gar die Verunglückten selbst.

    Ein aufrichtiges „Entschuldigung, wir haben richtig Scheiße gebaut, Sicherheitsstandards missachtet, aus reiner Profitgier und Profilierungssucht am falschen Ende gespart, Menschen, die sich uns anvertraut haben, praktisch in eine Todesfalle geschickt.“ wäre angebracht. „Oder wenigstens einfach nur ein ehrlich gemeintes „Entschuldigung“. Solche Worte würden Eltern ihre Kinder auch nicht mehr zurück bringen. Aber sie hätten es verdammt nochmal trotzdem verdient. Und meine Generation hätte es verdammt nochmal verdient zu sehen, dass Leben IMMER vor Geld steht. Ob im Golf von Mexiko oder in Duisburg. Gleichzeitig muss es das Aus bedeuten für „noch hörer, noch schneller, noch weiter“, für immer noch mehr Risiko. Aus für die Mcs: die McGeiz-ist-Geils, die McSicherheits, die McMenschenleben.

  • URLAUB AM (FAST-)MEER

    Sie suchen Entspannung? Wo geht das besser als im rund 6000 Einwohner fassenden holländischen Städtchen Yerseke? So könnte eine Beschreibung dieses wunderbaren Ortes lauten. Tun manche wahrscheinlich sogar. Und sie haben Recht. Was aber ehrlich gesagt nicht nur an der Muschel- und Austernmetropole liegt, sondern vor allem auch an J. und K., die mich hier beherrbergen. Dazu muss man wissen, dass ich mit meiner Familie vor ca. 25 Jahren zum ersten Mal hier war. Und dann wieder und wieder, alle zwei bis drei Jahre. Yerseke ist so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Nicht, weil ich so gut Holländisch spreche (Schande über mich, ich verstehe zwar einiges, aber sprechen… leider bis heute Fehlanzeige) oder hier so wahnsinnig viele Freunde habe, von J. und K. abgesehen. Aber weil ich mich wohl jedes Mal unglaublich frei gefühlt habe, wenn ich die Zeeland’sche Luft eingeatmet habe.

    Weil ich hier blind zum Hafen und zum Strand finde. Zum einzigen Supermarkt im Ort. Und weil ich das Gesicht des Mannes, der im Haushaltswarengeschäft so ziemlich alles verkauft, immer wieder erkenne. Weil ich schon x-mal mit K.s Schiff mitgefahren bin, um zuzuschauen, wie sie die Qualität der Muscheln überprüfen oder einen Teil der Ernte einholen. Was ich seit jeher faszinierend finde. Weil ich nie vergessen werde, wie P. mich mitsamt der Leiter zurück in das Muschelbecken befördert hat, das wir als Schwimmbecken zweckentfremdet haben. Wie ich dabei gelacht habe. Weil ich hier das genialste Barbecue ever erleben durfte: auf einer Sandbank mitten in der Oosterschelde. Und weil ich hier jedes Mal O. treffe, den einzigen netten Franzosen, den ich in meinem Leben kennengelernt habe. Und wahrscheinlich überhaupt einen der nettesten und höflichsten Menschen, den es gibt. Und letztlich, weil ich die Oosterschelde sogar irgendwie als Meer anerkenne, obwohl es eigentlich keines ist. Einfach so, weil Yerseke cool ist. Zum Seele baumeln lassen, zum Entschleunigen und zum Wiederauftanken.

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  • NORDWIND UND MEERLUFT

    „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Defintiv das Beste, das ich seit Langem gelesen habe. Und die ideale Lektüre für den zweistündigen Flug von Wien nach Amsterdam (erste Hälfte fertig, hat mich größtenteils vor einem Anflug leichter Flugangst bewahrt) und die Zugfahrt von Amsterdam nach Yerseke/Zeeland (zweite Hälfte, ebenfalls in zwei Stunden). Und verdammt, es ist das traurigste, beschissenste Ende, das man sich nur vorstellen kann! Und ja, verdammt, ich habe geheult wie ein Schlosshund (glücklicherweise versteckt hinter meinem riesigen Rucksack). Waren es fünf Minuten? Zehn Minuten? Mehr? Keine Ahnung.

    Aber welches Ende hätte Glattauer stattdessen wählen sollen? Hätte er die Buchvorlage für „E-Mail für dich“ geliefert, hätte vermutlich auch ich mir den Film gerne gessehen. Denn so erschüttert, frustriert, unbefriedigt, alleine der Leser auch am Ende zurückbleibt, so sehr uns der Autor nach vier Stunden Lesevergnügen (ich bezeichne es so, auch wenn es natürlich nicht nur „Vergnügen“ im klassischen Sinn ist) den Boden unter den Füßen wegzieht: Ich kann es nachvollziehen! Ich verstehe beide Protagonisten! Das Leben ist nun mal kein Hollywood-Film.

    Während ich noch um Leo und Emmi weine (und vermutlich auch wegen sämtlicher Anspannung der letzten Tage/Wochen/Monate), fährt mein Zug in Yerseke ein. Ich spüre nicht den Nordwind, sondern einen Hauch von Meerluft, Salzwasser, Muscheln… Sehe J., die ich seit 25 Jahren kenne, am Bahnhof auf mich warten. Das ist Freiheit. Und das ist Zuhause. Es fühlt sich gut an. Und wenn ich wieder in Wien bin, möchte ich bitte auch solche E-Mails bekommen! Oder Briefe. Oder Anrufe. Oder gleich persönliche Gespräche. Und was sich ergibt. Aber jedenfalls mit Happy End!

  • Beloved, Bewitched: Berlin

    Die Vorfreude war groß, die Flugangst umso größer, als der Kapitän unseres Fluges darum bittet, seine Verspätung zu entschuldigen, er sei eben erst aus Belgrad gelandet. Hilfe, der Mann braucht doch eine Pause, bevor er uns Richtung Berlin-Tegel steuert!!? Na gut, endlich geht’s los. Äh nein, doch nicht. „Wir müssen uns leider noch gedulden, der Flughafen Wien wurde gerade wegen schwerer Gewitter gesperrt.“ Na danke, wie lange weiß natürlich niemand. Ob es wohl auffällt, wenn ich mich kurz aus dem Flugzeug schleiche, um eine zu rauchen? Ich entscheide mich dann doch dagegen, bekämpfe die anschließenden Turbulenzen in der Luft (klar, schwere Gewitter) mit Weißwein. „Möchten Sie ein Glas Wasser dazu haben“, fragt die freundliche AUA-Stewardess. „Ja, ähm, okay gerne.“ Man möchte ja nicht als Alki dastehen.

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  • Aus dem Ei gepellt

    Die kleinen Federbälle sind zwar noch nicht flügge geworden, aber sie können immerhin schwimmen. So gut, dass ich sie gefahrenlos an der Alten Donau aussetzen konnte. Aber zuvor habe ich noch einen Abend und einen ganzen Tag mit den kleinen Küken und ihrer Mama verbringen dürfen.

    Von vorne: Gerade noch war die Ente, die meinen Balkon zu ihrer Brutstätte auserkoren hatte, beim Brüten. Sieben bis acht Eier hatte ich zuletzt gezählt und mir nicht weiter große Gedanken gemacht, denn bis zum Schlüpfen würde es ja noch dauern. Da hat sich die „Neo-Entenmama“ ganz schön vertan. Sitzt fröhlich beim Sushi-Essen mit einer lieben Freundin, natürlich am anderen Ende der Stadt, als das Handy klingelt. Meine Mama ist dran. „Kind, morgen frühstückt ihr zu zehnt“, der lapidare Kommentar am anderen Ende der Leitung. Ich gebe zu, dass ich eine Weile gebraucht habe, um zu kapieren, was sie meint. Kurze Schreckenssekunde, nachdem der Satz „Auf deinem Balkon laufen eine Ente und acht Küken herum“ nachgeworfen wurde. Hm… Lange Pause, ein etwas verzweifelter Blick rüber zu meiner Freundin, dann ein breiter Grinser, gefolgt von einem Dauerlacher. Meine Ente hat fertig gebrütet!! Und Menschenmama hat sie vorerst mit Semmelbrösel und Wasser notversorgt.

    Kükensuppe

    Als ich ein paar Stunden später nachhause gekommen bin, ist Mama Ente brav auf meinem bis vor kurzem noch schönen und sauberen Sitzpolster gehockt, unter ihr der achtköpfige Nachwuchs eng zusammengekuschelt. Naja, Sitzpolster hin oder her, was soll’s, Opfer muss man bringen. Die darauffolgende Nacht habe ich nicht sehr viel geschlafen. Ein bisschen beschäftigt einen die Sorge um die kleine Familie auf seinem Balkon ja doch. Umso größer war das „Hallo“ aber in den Früh. Da sind gleich mal die Hobby-Fotografen vorbei gekommen, dass wir ständig gesagt haben, wie süß die Kleinen sind, hat dem Ego sicherlich nicht geschadet – und alle halben Stunden hieß es eben füttern, Wasser nachfüllen und putzen. Ja, es stimmt wirklich: Enten haben einen gesunden Stuhlgang. Najaaaa. Aber der Anblick der putzigen Kerlchen, wenn sie der großen Ente noch leicht unbeholfen nachliefen oder den Suppenteller mit (Trink-)Wasser zum Planschen benutzen, hat mich für alles entschädigt. Süüüüüüß!

    Wassertreten

    Trotzdem war klar, dass ich einen Plan brauche. Nach wenigen Stunden Mutter- bzw. Entenschaft war Frau Ente bereits so nervös, dass sie ihre Küken wahrscheinlich vom Balkon fallen hätte lassen, wäre nicht (logo) alles verstellt gewesen. Klar, wer will schon eingesperrt sein? Wobei man schon sagen muss, dass ihr ja hoffentlich klar war, dass das Fortkommen aus dem 7. Stock etwas schwierig werden könnte. Also rasch ein paar Telefonate. Antwort 1 (von wem, sage ich nicht, aber man würde es nicht vermuten): „Die lassen sich dann eh vom Balkon fallen. Wenn sie es überleben, gut, wenn nicht, das ist eben die Natur.“ Na danke, Trottel. „Sorry, aber das ist schon ein bisserl hart, wir reden immerhin vom 7.(!!) Stock, guter Mann!“ Antwort 2 kam von Birdlife Austria: „Wenn Sie es schaffen, einfach Mutter und Küken in eine Schachtel setzen und am besten in Wassernähe aussetzen.“ „Und das geht wirklich? Finden die wieder zueinander?“ „Ja, in der Regel ist das so. Kein Problem, das klappt bestimmt!“ Danke, das hat nach einem guten Tipp geklungen – und so haben wir es auch gemacht. Danke an dieser Stelle auch an meine Helferinnen, die bis zu diesem Moment zwar noch nicht erprobte, aber perfekt aufgestellte „Entenrettungs-Truppe“ namens Vera und Gerlinde!

    Also ab in eine Schachtel mit „Gräfin Quakula“ und in eine andere mit der Kükenschar. Sie haben sich erstaunlich wenig gewehrt, aber sich umso herzlicher begrüßt, als sie am Wasser wieder vereint waren. Da ist dann übrigens auch der Vater aufgetaucht (immerhin: treu sind die Viecher ja). Bin gespannt, ob sie nächstes Jahr wieder kommen. 😉

    Ein paar Impressionen aus Entenhausen (danke an mein Bruderherz für die tollen Fotos!!):

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  • Entenwahnsinn

    Ente / Enterich / lahme Ente / Entenhausen / entrisch / Enterhaken / It’s the Ent(!) of the World / Enter-Taste / entsprechend / ent(!)lich / renitent / Rente / Tangente / Raumschiff Enterprise / die Ents aus Mittelerde / entliebt und entlobt / entspannen / entfremden / Entscheidung / Entschleunigung / präsent / koharent / Until it ent(!)s / In the Ent(!) / Enter Sandman / Entdecker / entzweien / enterben / Let me entertain you /West Ent(!) / Enthüllung / Entourage / Joint Venture / Pro Juventute/ Talent / Zeitungsente / WC-Ente

    Und für alle, denen dieser Wahnsinn noch immer nicht reicht: Hier Klein-Ralph mit Ente. Viel Spaß! 😉