Nürnberger Advent
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Herbstwetter genossen | Ente bequatscht | süßes altes Paar beobachtet
Fanbeweis am Donauturm gesichtet | neue Wege gesucht | Frösche gefunden
die Nacht zum Tag gemacht | Simon Bolivar getroffen | Wildnis in Wien erlebt
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Literaturbloggerin Cara hatte eine tolle Idee, die ich mir nun für mein Blog „ausborgen“ werde. 3×3 am Dienstag (DDD) heißt: 3×3 Bilder, 3×3 Erlebnisse, 3×3 tolle Momente. Und das alles im Laufe einer Woche. Ich kann nicht versprechen, dass ich es jede Woche schaffen werde, ebenso nicht, dass es jeden Dienstag neue Fotos geben wird (heute ist ja auch schon Mittwoch, aber wenn nicht jetzt, dann nie ;)). Tolle Fotos zu produzieren wird allerdings das geringste Problem sein, meine Canon und ich sind ja fast schon unzertrennlich…
Krähe verfolgt | Friedhof besucht | Ausstellung eröffnet
Liebesbeweis gesichtet | Wandern gewesen | Herbsttag genossen
Ruhe gefunden | Sonnenuntergang erlebt | Enterich geärgert
Das wake-up ist der schönste Platz der Welt! Okay, slow down… aber es ist definitiv einer der schönsten Plätze im sommerlichen Wien. Dann hätte ich es gerne dreimal täglich: zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen. Und zwischendurch – einfach so. Den ganzen Tag lang. Chillen, Cocktails in der Sonne genießen, sich den Bauch mit wunderbaren Mahlzeiten und Snacks abseits von Wiener Schnitzel und Cevapcici vollschlagen (probiert den Caesar Salad, er ist anders, als man ihn kennt, aber der beste, den es gibt!), den Wasserskifahrern am angrenzenden Lift zujubeln, die hübschen Beachboys und -girls beobachten und am Abend zuschauen, wie die untergehende Sonne den Himmel rot färbt.
Es gibt eigentlich keinen Grund, das wake-up auf der Donauinsel (Nähe U2-Station Donaustadtbrücke) nicht zu lieben! Selbst der Bundeskanzler war schon mal hier. Damals durfte ich mit ihm an einem Tisch speisen. Und weil es mitten im Winter, gab es eben Maroni und Punsch statt Surf and Turf und Mojito. Auch sehr romantisch im Kerzenschein.
Ihr habt es wahrscheinlich schon bemerkt: Beim Wasserskilift meines aktuellen Lienlingslokals gibt es gar keine Surfer. Die gehen ihrem Hobby – wenn überhaupt – weiter unten an der Neuen Donau nach. Aber das macht nichts. So stelle ich es mir eben vor, wenn man am Strand von „Surfers Paradise“ sitzt und das süße Leben genießt. Mein süßes Leben, meine Träume, mein Paradies!
22., Am Wehr 1, Neue Donau
Tel. Restaurant: (01) 202 51 23,
Tel. Wakeboardlift: 0676 518 27 11
Das Wake-up hat übrigens auch eine der schönsten Websites, die ich kenne: wakeup.at
Wir erinnern uns: Frühsommer 2010, mein Balkon, eine Ente. Aus der einen Ente wurden eines Tages neun, süß, putzig, aber irrsinnig schmutzig. Ausgesetzt an der Alten Donau waren sie seitdem nicht mehr gesehen.
Tja, was soll ich sagen… Sie lebt augenscheinlich, ist schon wieder trächtig und weckt mich neuerdings alle paar Tage, indem sie auf meiner Balkonbrüstung steht, vor sich hinquakt und mit aller Gewalt versucht, sich hier wieder häuslich niederzulassen. Aber nein, liebe Ente, den Kampf gewinne heuer ich. Ich such mir lieber Mitbewohner, die auch Miete zahlen. So schaut’s nämlich aus, pah!
Dafür schenkt man mir seitdem immer wieder lustige Enten-Geschenke. Damit mir der Abschied nicht gar so schwer fällt. 😉
Das hier hätte ich gerne noch:
Und das waren die Teufelstauben-Babys, die hier zwischenzeitlich auch geboren wurden:
Liebe Enten, liebe Tauben, es langt. Sucht euch ein eigenes Zuhause. Verdammt… 😉
Die Telefonate in der U-Bahn werden immer genialer. Bursch A zu wem-auch-immer: „Ja und auf Facebook bei City Ville, weißt eh… Schick ma das, dass ich mein Restaurant endlich eröffnen kann, oida.“
Euda.
Es ist jedes Jahr das Geiche: Ich finde jemanden, der mit mir zum Zentralfriedhof fährt. Ich verlaufe mich zwischen den Urnengräbern, bin nah am Verzweifeln, finde es aber doch immer wieder, wenn auch nicht auf Anhieb. Ich setze mich davor, rauche eine Zigarette und führe ein für andere vielleicht seltsam anmutendes Gespräch. Mit M. Ein Mensch, der weit länger aus meinem Leben verschwunden ist, als ich ihn überhaupt kannte. Jemand, der trotzdem weit präsenter in meinem Leben geblieben ist, als es manch andere je könnten.
Ich war nie verliebt in M. Eigentlich weiß ich nicht mal, wieso ich es nie war. Er sah gut aus, war lustig, offen, sympathisch. Ich mochte ihn als Menschen. Einfach für das, was er war. Wir hatten einen tollen Sommer – und als der zu Ende war, war es auch sein Leben. Zerschmettert in vielen Metern Tiefe. Das Warum konnte niemand verstehen. Depressionen sollen es gewesen sein. Ein Grund, ja. Aber keiner, der das Verstehen einfacher macht.
Als es passiert ist, hatte ich gerade einen netten Abend mit Freunden. Aber als ich „es“ am nächsten Tag erfahren habe, war der tolle Sommer schlagartig zu Ende. Als M. den Kampf eine Woche später endgültig verloren hatte (oder „gewonnen“ – ich hoffe bis heute, dass er die Entscheidung wenigstens wieder so getroffen hätte…), hat das ein tiefes Loch in mein Leben und in das vieler anderer gerissen. Allen voran in das seiner Familie.
M. war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Die meisten Menschen hätten meine Person damals mehr hinterfragt. Er hat mich so genommen, wie ich war. Dass er sich selbst nicht einfach so annehmen konnte, hatte ich nicht geahnt. Menschen wie M. sind selten. Ich kenne nur wenige. Wenn er mir etwas hinterlassen hat, dann mit Sicherheit das, dass ich seitdem umso mehr versuche, einfach ich zu sein. Let it be. Dass ich das Leben gierig einsauge, weil es zu wertvoll ist. Dass ich versuche, da zu sein, auch wenn ich nicht immer weiß, ob ich genau genug hinhöre.
Und ich werde Coldplays „In my Place“ nie ganz unbedarft hören können. M.s Freunde haben sich damit von ihm verabschiedet. Aber ich höre es gerne. Es erinnert mich an eine schöne Zeit und einen außergewöhnlichen Menschen. Und an das Ende eines Sommers, an dem ich wohl ein bisschen erwachsener geworden bin. Auch wenn ich damals lieber einfach aufgewacht wäre…
Vielleicht warte ich heuer nicht bis August…