Autor: sabinekarrer

  • Der feine Unterschied im Kundenservice

    Ein Abendessen mit Freundinnen zu organisieren ist ja an sich keine große Sache. Aber natürlich soll es etwas Besonderes sein, wenn die Damen schon aus ganz Wien eigens in mein Grätzel anreisen, um mit mir zu speisen. Lange habe ich zwischen zwei praktisch nebeneinander gelegenen Lokalen hin- und herüberlegt – und mich letztlich für das komplett falsche entschieden.

    Das eine Restaurant (falsche Wahl) …

    liegt malerisch an der Neuen Donau, ist eher höherpreisig, aber meiner Erfahrung nach mit einer sehr guten Küche (und auch nicht allzu kleinen Portionen, dachte ich), schönem Ambiente usw. – über die Preise und über den nicht immer hervorragenden Service kann man da auch mal hinwegsehen. Dachte ich.

    Die bessere Wahl …

    …, das Nachbarlokal, zeigt sich immer noch sehr malerisch, verfügt aber über einen weniger schönen Ausblick. Nichtsdestotrotz bietet das Lokal tolles Essen, große Portionen (von denen man auch satt wird), eine nette Bedienung (zuvorkommend, organisiert, freundlich und humorvoll – können auch sprechen, ohne zu nuscheln ;)), nur leider ist das Ambiente von Außen wie von Innen leider um Welten weniger ansprechend als im Nachbarlokal. Das verblendet. Wobei: Ein paar neue Speisekarten, ein paar weniger Spinnen im Schanigarten, ein neuer Anstrich – und schön müssten sie wahrscheinlich anbauen ob des Andrangs.

    Falscher Film

    Entgegen meiner Gewohnheit habe ich mich also nach langem Hin und Her für die Optik und gegen die „inneren Werte“ entschieden. Man muss ja etwas bieten können… Einen Tisch zu reservieren war nicht schwer, ihn zu finden dagegen sehr. Der Herr Restaurantleiter schickte mich zuerst zu einem völlig falschen Tisch am anderen Ende des Lokals. Da stand ich nun, ich armer Thor, und war so tischlos wie zuvor. Glücklicherweise war ich die Erste. Also Suche aufgegeben, Restaurantleiter erneut gefragt und anstatt einer freundlichen Antwort oder gar einem „Entschuldigung, aber…“ zu hören bekommen, dass da halt offenbar eine Namensgleichheit herrsche (ja klar, mein Name ist auch sooo weit verbreitet, naja…).

    Tisch gefunden, Mädels eingetroffen, Essen bestellt. Geschmeckt hat es allen, satt wurde aber so gut wie niemand – mir selbst grauste es nach der Hälfte. Auf die gegrillten Calamari hatte ich mich seit Tagen gefreut, dass mir ein vermeintliches Plastikteil im Essen den Appetit verderben könnte, daran hätte ich im Leben nicht gedacht. Und es war dann doch kein Plastikteil, sondern eine Art Gräte, die allerdings nicht mitserviert werden sollte. Zitat Restaurantleiter: „Wir können ja nicht in jedes einzelne Stück reinschauen, das kommt halt vor, aber eh nur in einem von tausend Fällen.“ Aja, danke für die Info, in meiner Portion hatte ich gleich zwei davon, ich Glückskind. Vielleicht kann mir auch ein (Hobby-)Koch erklären, weshalb die diese Tintenfischstücke nicht einfach in der Hälfte durchschneiden, bevor sie sie grillen – dann könnte ja auch kein komisches „Plastikteilchen“ drin bleiben…? Aber ich habe ja keine Ahnung.

    G. bestellte dann noch ein vermeintliches Mango-Joghurt, das mehr aus Wasser als aus sonst irgendetwas bestand. „Das gehört so, das weiß man“, so die sinngemäße Aussage des inzwischen genervten Servicechefs. „Aha, na Sie können das wieder mitnehmen, mir schmeckt das nicht“, so meine normalerweise wenig zimperliche Freundin G. Immerhin musste sie es am Ende nicht bezahlen – ebenso wenig wie D. ihren Aperolspritzer, der den Weg zu ihr nie geschafft hatte. Vielleicht hatte die Servicekraft sie auch nicht verstanden, da D. das Nuscheln und leise Reden nicht so drauf hatte wie sie selbst. Nichts gegen Aushilfen, Gastro-Schüler etc., aber fast ausschließlich mit ihnen kann man keinen Top-Service bieten. Mehr vorzugeben, als man ist – das ist nicht meines!

    Ach ja, endgültig reichte es uns dann übrigens, nachdem die Sonne ihre letzten Strahlen gegen unsere Getränkegläser warf. Da wurde nämlich plötzlich sichtbar, was sinnbildlich für den ganzen Abend stand: Der Geschirrspüler a) funktionierte nicht, b) funktionierte nicht richtig, c) wurde nicht verwendet. War aber egal, weil mich das Lokal sowieso nicht mehr sehen wird.

    Lokalwechsel

    Der spontane Mädelsbeschluss „Geh‘ ma einfach in das andere Lokal und trink‘ ma dort noch was“ wurde einstimmig angenommen – und sieh‘ an: Im direkten Vergleich fühlten wir uns auf der Stelle wie zuhause. Der Chef persönlich kam sofort freundlich auf uns zu, besorgte uns trotz Hochbetriebs einen Tisch, wir wurden sofort bedient, die Gläser waren blitzsauber (!!) und das Soda Zitron (im angeblichen Top-Lokal übrigens mit Pseudozitrone aus dem Packerl) belastete das Geldbörserl gleich mal um einen ganzen Euro weniger.

    Am Ende gingen wir alle beschwingt und glücklich nachhause – es war doch noch ein schöner Abend geworden.

    Fehler dürfen passieren

    Versteht mich nicht falsch, Fehler können passieren. Aber es kommt darauf an, wie man auf sie reagiert. Das unterscheidet guten Kundenservice letztlich von schlechtem. Und wie wir alle wissen: Kunden zu halten ist wesentlich einfacher und günstiger, als neue Kunden zu gewinnen. Abgesehen davon, dass ein Gast tatsächlich als König behandelt werden sollte, wenn er sich entsprechend (normal) verhält: Wer gar nicht so wenig für das „bisserl mehr“ bezahlt, darf das „bisserl mehr“ wohl auch einfordern – und nicht stattdessen noch weniger und ein paar blöde Antworten und Unfreundlichkeiten bekommen.

    Dass das dort aber so üblich ist, hätte ich mir denken können. Spätestens, nachdem wir einige Wochen zuvor nach einer ziemlich saftigen Rechnung (ich sagte ja: gute Kunden) um 23.45 Uhr noch eine Flasche Wein bestellen durften, bevor wir um 00.02 Uhr (um 00.00 Uhr ist offenbar sehr pünktlich Sperrstunde) extrem unhöflich und samt der natürlich noch nicht geleerten Flasche auf die Straße gesetzt wurden. Ganz nach dem Motto: „Zahlen ja, austrinken nein.“

    Fürs nächste Mal gilt wieder: „innere Werte“ statt Oberflächlichkeiten!

  • Professionell bloggen: Tipps

    Das interessanteste und schönste Blog nützt nichts, wenn es keiner liest. Auf der Seite incomediary.com wird im Artikel How to Write a Legendary Blog Post (von Nicholas Tart ) ziemlich gut beschrieben, wie ihr euren Traffic, also die Anzahl der Leser, erhöhen könnt. Ich fasse kurz zusammen, wie ihr mit ein paar einfachen Kniffen dafür Sorge tragen könnt, dass mehr Menschen euer Blog finden und auch lesen. Gespickt mit ein paar eigenen Gedanken, als Journalistin/Redakteurin und Bloggerin spreche ich immerhin auch aus der Praxis. 😉

    Bebildert habe ich diesen Artikel mit Beispielen aus dem Überlebensguide für Froschköniginnen von meinem privaten Blog froschkoeniginnen.net – ein meiner Meinung nach gutes Beispiel, das damals auch ziemlich viel Traffic erzeugt hat.

    Knackige Headline

    Haltet die Headline/Überschrift möglichst einfach, aber verseht sie mit wesentlichen Schlagworten und starken Ausdrücken. Die Headline muss „knallen“, denn sie ist das erste, das dem User in einer Suchmaschine oder Ähnlichem ins Auge sticht.

    Beispiel für eine Headline / froschkoeniginnen.net

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    Ansprechende Bilder

    Der beste Text wirkt im Web nicht ohne ein Foto, das die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zieht. Also eines, das nicht nur spricht, sondern auch anspricht! Ein gutes Bild erzeugt auf den ersten Blick Emotionen beim Betrachter. Besonders gut wirken zum Beispiel warme Farben und Motive wie Tiere, Kinder,… („Kindchenschema“). Aber achtet auch darauf, dass das gewählte Bildmaterial zu eurem Text passt, es soll keinesfalls davon ablenken, das wäre wiederum kontraproduktiv.

    Beispiel für die Bebilderung / froschkoeniginnen.net

     

    Wenn ihr nicht selbst fotografiert, findet ihr gute, kostenlose Fotos zum Beispiel in folgenden Bilddatenbanken: compfight.com und flickr.com (jeweils unter „Creative Commons“, ihr dürft natürlich nicht wahllos irgendwelche Bilder verwenden, nur wenn der User diese explizit kostenlos zur Verfügung stellt; achtet auch immer auf das Copyright, manchmal reicht die Namensnennung, manchmal müsst ihr trotzdem die Erlaubnis einholen, manche Fotos dürfen nicht nachbearbeitet werden, usw.), pixelio.de (Credit angeben und die Seite verlinken), pixmac.com (Schlagwort eingeben und rechts darunter den Menüpunkt „Free“ auswählen), morguefile.com („Free Photos“ auswählen und hier nach Begriffen suchen), photl.com (in Webauflösung sind die meisten Bilder gratis) oder stock.xchng (Achtet auch hier immer auf das jeweilige Copyright, ihr findet es immer rechts unter dem Foto, „View image license“).

    Nicht kostenfrei, aber im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Bildagenturen noch relativ günstig ist fotolia.de, hier findet ihr großteils sehr professionelle Fotos zu allen möglichen Themen.
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    Spannende Einleitung

    Oft entscheidet der User bereits nach dem ersten Satz, ob er weiter liest oder nicht. Schreibt eine möglichst spannende, knackige Einleitung, die potenzieller Leser in euer Thema hinein zieht: zum Beispiel mit einem echten Aufhänger, einer Frage, einem Versprechen oder indem ihr eine Verbindung vom Leser zu euch herstellt.

    Beispiel für eine Einleitung / froschkoeniginnen.net

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    Authentischer Schreibstil

    Seid authentisch in allem, was ihr schreibt, vermeidet komplizierte Worte und zu lange Sätze. Arbeitet mit Beispielen, Metaphern – und erzählt (gute) Geschichten! Letzteres ist für mich fast das wichtigste Qualitätskriterium eines Blogs (ebenso wie natürlich bei Zeitungsartikeln, Büchern,…). Nur wer seinen Lesern regelmäßig gute Inhalte/Geschichten liefert, wird dauerhaft Erfolg haben.

    Beispiel für einen authentischen Text / froschkoeniginnen.net

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    Gute Zwischentitel

    Fasst das, was ihr in den einzelnen (oder mehreren) Absätzen schreibt, immer in Zwischenüberschriften zusammen. Auch hier gilt wieder: Diese sollen möglichst knackig sein und bestenfalls gute/wesentliche Schlagworte enthalten. Manch einer wird nämlich über Google, Yahoo, andere Blogs usw. auf einen eurer Blogposts weitergeleitet werden und erst einmal überfliegen, worum es geht. Dabei stechen ihm als erstes die Headline, vielleicht der erste Satz oder die paar ersten Sätze, das Foto und eben auch die Zwischentitel ins Auge. Sprechen diese den potenziellen Leser nicht an, verliert ihr ihn sogleich wieder – und wahrscheinlich kommt er nie wieder.

    Beispiel für einen Zwischentitel / froschkoeniginnen.net

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    Und dann gibt es natürlich noch vieles mehr, zum Beispiel professionelles SEO (Suchmaschinen Optimierung). Aber das ist eine andere Geschichte… 😉

    Mit ein paar einfachen Tipps zum Blogger-Überflieger werden!

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  • (Gold-)Häschen in der Grube

    Sollte mein Osterhase dieses Jahr mit Lindt-Schokolade vor meine Tür hoppeln, ziehe ich ihm die Löffel lang. Das gilt natürlich nicht nur für den wohlgeformten Goldhasen des Schweizer Süßwarenherstellers, sondern zu meinem Leidwesen auch für Produkte wie Schokoschirmchen, Lindorkugeln usw. Aber ich scheine nicht die einzige zu sein, die Lindt & Sprüngli nach ihrer Vernichtung des Hauswirth-Hasens bestreikt – oder hatte es Lindt in früheren Jahren auch notwendig, seine Schokolade ein paar Tage vor Ostern zu Dumpingpreisen unter uns Österreicher zu bringen? (Ich weiß es wirklich nicht, daher ehrlich gemeinte Frage.)

    Man könnte glatt meinen, der Hasenkrieg hätte tatsächlich Spuren bei den Konsumenten hinterlassen. Und wisst ihr was: Ich hoffe es sehr! Zwar bin ich nicht gerade als glühende Patriotin bekannt, aber im Kampf David gegen Goliath habe ich noch immer im „Team David“ Platz genommen und leidenschaftlich angefeuert.

    Hat Lindt das notwendig?

    Seit 2004 dauerte der Streit zwischen dem Schweizer Konzern Lindt & Sprüngli und dem österreichischen Produzenten Hauswirth bereits an. Um rechtzeitig vor dem Osterfest 2012 durch den Obersten Gerichtshof (OGH) mit einem endgültigen Verbot des Hauswirth-Häschens beendet zu werden. Bereits im Dezember 2011 hatte das Wiener Oberlandesgericht (OLG) entschieden, dass das österreichische Unternehmen seine Produktion einzustellen habe. Die ganze juristische Geschichte ist übrigens hier nachzulesen, Hauswirth hat auf seiner Website folgendermaßen auf das Urteil in letzter Instanz reagiert:

    Fakt ist: Den Hauswirth-Hasen gab es seit 1962 auf dem österreichischen Markt. Der von Lindt & Sprüngli dagegen wird hierzulande erst seit 1994 vertrieben (in Deutschland und der Schweiz seit 1952). Im Jahr 2000 ließen die Schweizer ihren Goldhasen als EU-weit gültige Gemeinschaftsmarke eintragen. Während andere Mitbewerber ihre Formen daraufhin änderten, blieb Hauswirth dabei und kämpfte um den Erhalt seines Produkts.

    Hat die „Schweizer Maître Chocolatier“ es tatsächlich notwendig, ihre Konkurrenz auf diese Weise zu bekriegen? Was bedeutet das für das Image von Lindt? Und warum macht man es damit kritischen Konsumenten wie wir so verdammt schwer, jemals wieder den Geschmack von Schokoschirmchen auf der Zunge zu verspüren?

    Fair schmeckt mir besser

    Mich hat Lindt als Kundin verloren. Sie werden damit leben können, so lange ich zu den wenigen zähle, für die deren Verhalten ernsthafte Konsequenzen hat. Nicht so leicht werden sie damit leben können, wenn wir Konsumenten uns endlich unserer Macht bewusst werden. Noch sind die Schweizer Goliath. Und ich bin ein David von vielen. Gemeinsam könnten wir Goliath allerdings schlagen.

    Und damit leben können wir obendrein: Immerhin gibt es auch noch Hauswirth, Manner, Milka, Heindl, Ritter Sport, Alnatura,… und vor allem die leckeren und fair gehandelten Produkte von Zotter und EZA. Mit gutem Gewissen genossen, schmeckt mir Schokolade übrigens ohnehin am besten!

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  • Ich brauch das!

    (Mädchenstimme an)

    Ich brauch das! Kreisch!

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    (Mädchenstimme aus)
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    Das hier für den perfekten Start in den Arbeitstag:

    Ready, steady, Frühstücksei!

    Gibt’s übrigens um EUR 9,95 bei WMF.

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    Und das brauche ich dann für den gemütlichen Ausklang am Abend. Uuuuuunbedingt! 🙂

    Twitter zum Einschlafen

    Der hier scheint übrigens der einzige dieser sozial vernetzten Polster zu sein, der auf www.geeky-gadgets.com noch zu haben sein könnte. Das Facebook-Logo zum Kuscheln gibt’s zum Beispiel angeblich nur in den USA und in Kanada, andere sind schon ausverkauft. Notfalls setze ich mich nach fast 20 Jahren eben wieder mal an eine Nähmaschine… Mama wirds mir schon beibringen. 😉 Gut, dass es alle Motive als Vorlage unter sweetydesign.com zu sehen gibt.

    Warum eigentlich? Ich mag Social Media einfach sehr gern. Bin schon des Öfteren mit dem iPhone in der Hand eingeschlafen, weil ich noch rasch was twittern, teilen, liken, bloggen, etc. wollte. Twitter mag ich am liebsten. Armin Wolf übrigens auch. Deswegen hat er dem Magazin The Gap auch ein ausführliches Interview dazu gegeben. Lesenswert!

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  • Worte zweier „Wut-Donaustädter“

    Offener Brief von Sabine Karrer und Michael Woditschka,
    9. März 2012

    Frei nach „Ober-Wutbürger“ Roland Düringer: Wir sind wütend. Geladen, stinksauer, ang’fressen, zornig. Zuerst waren wir wütend auf die Wiener Linien, die Kaisermühlen nicht ausreichend an die U2 angeschlossen haben. Wütend auf die Tatsache, dass der Bus 90A nicht die läppischen paar Meter weiter zur Donaustadtbrücke fährt, sondern auf der Donauinsel Rast macht, um anschließend wieder zur U1 zurück zu fahren. Während zahlende Kunden besonders im Winter in der Kälte auf 91A bzw. 92A warten müssen. Auf die Frage, wieso das so sei, ob denn ein stehender Busfahrer billiger sei als ein fahrender – tja, eine zufriedenstellende Antwort (sprich: Erklärung) sind die Wiener Linien bis heute schuldig geblieben.

    Und wir beide waren nicht alleine wütend. Unsere Wut haben wir gemeinsam mit ein paar Freunden kurzerhand in einer Facebook-Gruppe zum Ausdruck gebracht. Woraufhin sich ein Redakteur der Bezirkszeitung bei uns gemeldet, unsere Positionen angehört und darüber berichtet hat. Mit Namen, mit Foto – logisch, wir haben ja nichts zu verbergen, im Gegenteil: Wir wollen etwas.

    Jetzt sind wir noch wütender. Was nicht am Zeitungsartikel liegt. Der war gut. Menschen sprechen uns seitdem auf der Straße an und wünschen uns alles Gute für die Aktion. Wütend sind wir, weil die FPÖ Donaustadt ein Flugblatt verbreitet, das neben gewohnt populistischen Inhalten eben auch jenen Artikel aus der Bezirkszeitung auf einer halben Seite abbildet. Freilich MIT unseren vollen Namen. Und Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir politisch keiner Partei ferner stehen als der FPÖ, die unsere Wut entfacht hat. Wir fühlen uns missbraucht. Das Mindeste wäre gewesen, vorher Kontakt mit uns und/oder dem Redakteur aufzunehmen. Nicht einmal dafür hat der Anstand der zuständigen Herren gereicht.

    Wir haben die Facebook-Initiative „Liebe Wiener Linien, verlängert endlich den 90A in Kaisermühlen zur U2“ ausdrücklich privat ins Leben gerufen – und uns bereits des Öfteren jede parteipolitische Einflussnahme verboten. Ein Hinweis, der übrigens auch hier ausnahmslos bei einigen der FPÖ nahe stehenden Personen notwendig war. Alle anderen scheinen es verstanden zu haben. Und wir scheinen in ein Wespennest gestochen zu haben. Was mit harmlosen Gesprächen unter Freunden begonnen hatte („Ich habe jetzt mal den Wiener Linien geschrieben.“ – „Aja, das habe ich schon vor Monaten, aber da kam keine g’scheite Antwort.“ – „Mich regt das auch so auf mit dem 90A.“ – „Wisst ihr was, gründen wir einfach mal eine Facebook-Gruppe und lassen wir dort unserem Unmut freien Lauf.“), rief offenbar auch die Donaustädter FPÖ auf den Plan, die die „Idee“, für eine Verlängerung des 90A zu kämpfen, als ihre ansieht („Es kommt ned so viel auf dich an, denn du hast das Rad nicht erfunden, es war die FPÖ, die dieses Problem im Jahr 2011 aufgegriffen hat und nicht ein Bürger, der sich profilieren will“, schreibt etwa FPÖ-Bezirksrat Walter Kalab in unserer [offenen] Facebook-Gruppe.)

    Erstens: Wir sind nicht eine oder zwei Personen, wir sind viele. Zweitens: Niemand will sich profilieren. Wir wollen lediglich das machen, was so gerne gepredigt wird: Uns als einfache Donaustädter für eine Sache engagieren, die uns wichtig ist, gelebte Politik im Alltag betreiben statt Parteipolitik. Drittens: Es scheint zur Taktik bzw. zum Stil zumindest einiger FPÖ-Politiker zu gehören, persönlich untergriffig zu werden. So rasch wird man also zum Spielball dieser Partei. Na bravo. Die FPÖ hat sich schon immer auf Kosten anderer versucht zu profilieren. Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten („Ich war zuerst da! Das ist mein Thema!“), sondern darum, in der Causa etwas weiterzubringen.

    Und nun? Ausgerechnet UNSERE Namen auf einem FPÖ-Propaganda-Flugblatt? Noch dazu auf diese missbräuchliche Art und Weise? Kurz waren wir schon geneigt, uns mit der Vorstellung anzufreunden, unsere Wohnungen nur noch nachts zu verlassen. Aber dann dachten wir uns: Wieso eigentlich? WIR haben nichts Schlimmes getan – im Gegenteil. WIR setzen uns für eine gute Sache ein, WIR haben dafür niemanden missbraucht bzw. instrumentalisiert. WIR können uns morgens in den Spiegel schauen. Und WIR würden jedes Mal wieder so handeln. Weil es nicht nur gut, richtig und wichtig ist, für etwas zu kämpfen. Sondern weil es auch so verdammt einfach ist. Wenn einem nicht eine Partei wie die FPÖ dazwischen funkt, um sich (wieder einmal) mit fremden Lorbeeren zu schmücken. Tja, sie waren eben ihrer Meinung nach zuerst da und sie denken nicht im Traum daran, einfache Bürger etwas in Bewegung zu bringen. (So sollte Demokratie aber eigentlich funktionieren!)

    Vielleicht sollten sich alle, die dieses System unterstützen, einmal fragen, ob sie das wirklich mittragen wollen. Ich weiß schon, Parteipolitik ist mühselig, wenig populär, zu schimpfen ist immer einfacher als sich wirklich zu engagieren. Und einige „da oben“ sind verdammt korrupt, haben keine Ahnung von den Problemen „da unten“ und man möge sich auch über vieles berechtigt ärgern. Wir verstehen das! Aber werfen Sie bitte einmal einen Blick hinter die Kulissen. Das hier ist ein Paradebeispiel für manipulatives und instrumentalisierendes Verhalten.

    Sabine Karrer, Michael Woditschka

    Hier der vorangegangene Artikel aus der Bezirkszeitung – das FPÖ-Flugblatt, um das es hier u.a. geht, mag ich ehrlich gesagt nicht abbilden…

     

  • Zum Weltfrauentag: Meine Oma

    Meine Oma war in gewisser Hinsicht ein Freak. Klingt nicht nett, ist aber Tatsache. Und vermutlich hat sie ihr nicht sehr einfaches Leben zu dem gemacht, wie ich und andere sie eben auch kannten: eigensinnig, starrköpfig, schwierig, in gewisser Weise sogar ein wenig manipulativ. Trotzdem: Immer wieder kommt mir der Gedanke, dass ich ihr, als sie noch lebte, eigentlich viel zu selten gesagt habe, dass ich sie mag. Dass ich bewundere, wie sie ihr Leben gemeistert hat. Unsere vor allem in ihren letzten Lebensjahren viel zu selten gewordene Begegnungen (ich in Wien, sie in Innsbruck) waren viel zu oft überschattet von Streitereien, Beschwichtigungs- und Fluchtversuchen.

    Ich erinnere mich noch gut an meinen letzten Besuch bei ihr: Sie bekam neue Fenster und ich sollte sie ein wenig unterstützen, während die Arbeiter in ihrer Wohnung ein- und ausgingen. Letztlich trieb sie den Meister dermaßen auf die Palme, dass sich meine Unterstützung fast ausschließlich darauf beschränkte, den bereits nach wenigen Stunden völlig entnervten Mann dazu zu bewegen, seine Arbeit vernünftig zu Ende zu bringen und für die Nacht (nicht alle Fenster waren fertig eingebaut, es war kalt) wenigstens die Löcher notdürftig zu stopfen, damit vor allem meine damals schon über 80-jährige Oma nicht frieren musste. Am nächsten Tag versuchte ich sie davon abzuhalten, auf einen wackligen Tisch zu kraxeln. Was sie freilich dennoch tat (die Frau war trotz ihres Alters ziemlich kräftig und ich bin nicht gewalttätig ;)), nachdem ich mich zuvor geweigert hatte, mir selbst Knochenbrüche zuzuziehen. Schließlich ließ sie sich von mir wenigstens wieder vom Tisch herunter helfen, nachdem ihr selbst klar geworden war, dass sie in einer blöden Situation feststeckte, in der es kein Vor und Zurück für sie gab.

    Nach zwei oder drei Tagen verließ ich nach unzähligen weiteren solcher Situationen und Streitereien fluchtartig die Innsbrucker Wohnung – und lief im Hauseingang vollkommen aufgelöst geradewegs meiner Mama in die Arme, die gekommen war, um mich abzulösen. Meiner Oma erzählte ich später an diesem Tag, dass ich direkt nach Wien zurück fahren würde, nur um mich dann vorher noch heimlich mit meinem Cousin zu treffen. Auch das hätte nur wieder unnötige Diskussionen gegeben. Schwierige Familiengeschichte halt.

    Ein Jahr später war meine Oma tot. Wir hatten es leider nicht mehr geschafft, pünktlich in der Uniklinik Innsbruck anzukommen, um uns zu verabschieden. Die Bahnfahrt dauerte einfach zu lang. Wer weiß, vielleicht hätte sie es noch mitbekommen, auch wenn sie nicht mehr ansprechbar war. Doch trotz aller Differenzen: Ich denke, sie wusste, dass ich sie lieb hatte.

    Eine echte „Weltfrau“

    Als meine Familie und ich in den darauffolgenden Wochen jede freie Minute in Innsbruck verbrachten, um die Wohnung aufzulösen, hatte ich dann zum ersten Mal das Gefühl, diese Frau wirklich so kennenzulernen dürfen, wie sie war. Über 100 Quadratmeter voll mit Andenken an eine Zeit, in der teilweise noch nicht einmal meine Mama – geschweige denn ich – als neue Erdenbürger eingeplant waren. Und an uns. Es war wie ein Ausflug in die Vergangenheit: Eine, die ich miterlebt hatte, und eine, die neu für mich war.

    Und das macht meine Oma letztlich zu einem Menschen, der sich – wie so viele Frauen – eine Anerkennung am 101. Weltfrauentag verdient hat. Weil sie das Beste aus ihrem Leben gemacht hat. Und meine Mama in die Welt gesetzt hat. 😉 Omas Leben, das waren eine schwierige Kindheit als jüngere von zwei Schwestern unter mehreren älteren Brüdern, ärmliche Verhältnisse, die Heirat eines Mannes letztlich auch oder vor allem, um dem elterlichen Zuhause zu entfliehen (in einem der wenigen Momente, in denen sie einmal mit mir über diese Zeit sprach, sagte sie das zumindest), der für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Austritt aus der katholischen Kirche, eine nicht ganz einfache Ehe… Sie war jahrelang alleinerziehend, während er im Krieg war, später folgte die Schuldenanhäufung meines Opas mit seiner Firma, die auch die sie noch viele Jahre lang abbezahlen musste, schließlich die durch sie eingereichte Scheidung, als meine Mama noch ein Kind war – und wieder stand sie als Alleinerzieherin da. Dennoch hat sie ihr Leben lang hart gearbeitet und vieles auf die Beine gestellt.

    Trotz all ihrem Mut: Unter dem Status der „geschiedenen Frau“ litt meine Oma ihr Leben lang. Als wir im Krankenhaus gefragt wurden, ob es denn in Ordnung sei, wenn sie mit ihrem Ehering bestattet würde, antworteten wir nur: „Naja, sie war zwar seit Jahrzehnten geschieden, aber eigentlich hat sie den Ring auch danach nie abgelegt. Warum also sollte das jetzt passieren?“ Dass das Beerdigungsinstitut mir später den Ring dennoch ungefragt aushändigte, finde ich manchmal sogar ein wenig schade, auch wenn das sehr für deren Ehrlichkeit spricht.

    Meine Oma hasste Muttertage, Valentinstage, Sonntage… „Da sind doch die ganzen Paare, die Familien unterwegs, da will ich gar nicht raus gehen“, erklärte sie manchmal. Mit ihrem Biss (Starrsinn, Eigensinn,…) hätte sie vermutlich ganz Großes schaffen können. Vielleicht hätte sie besser in „meine“ Zeit gepasst als in „ihre“. Einmal sagte sie zu mir: „Weißt du, ihr habt es heute schon viel besser. Ihr habt so viele Möglichkeiten, ihr müsst nicht heiraten, um nicht mehr abhängig von euren Eltern zu sein, du hast deine eigene Wohnung, kannst dir deinen Mann wirklich selbst aussuchen. Ich finde das toll!“ Sie hat recht.

    Schade nur, dass selbst in „meiner“ Zeit Frauen im Durchschnitt noch immer weniger verdienen als Männer, wesentlich seltener in Cheftetagen zu finden sind, nicht die gleichen Rechte haben und auch heute noch Frauen bei ihren zum Beispiel gewalttätigen Männern bleiben weil es eben so ist oder weil sie sich vor einem Leben alleine fürchten. Der Weltfrauentag – der mit 101 Jahren älter ist als meine Oma heute wäre – war nie Thema zwischen ihr und mir. Aber ich glaube, ihr hätte das gefallen. Und sie würde dieses Blogpost hier mögen. Vielleicht drucke ich es aus und lege es an ihr Grab, wenn ich wieder einmal in Innsbruck bin…

    Die fesche Dame in der Mitte war meine Oma 😉

     

  • “Aber sie haben Samen!” / Brunch-Gespräche

    Heute Vormittag in einem netten Wiener Lokal beim Sonntags-Brunch mit Freunden: Zwischen ein paar Lachsbrötchen, Mini-Schnitzel mit viel diskutiertem Erdäpfelsalat (ich mochte ihn, F. nicht), der zumindest in meinem Fall erfolglosen Jagd nach etwas Eierspeise (frisch zubereitet, demnach muss man schneller sein, als ich es Sonntags vor 12 Uhr in der Regel bin ;)) und hausgemachtem Apfelstrudel kommt irgendwann das Thema Beziehungen auf. Bis dahin habe ich H. noch nie getroffen, aber wir scheinen in mancher Hinsicht auf der gleichen Welle zu schwimmen. Besonders, was Online-Partnerbörsen angeht. Zuvor habe ich ihr das Single-Dasein-Bullshit-Bingo gezeigt. „Versuch’s doch mal online“ lautet da nämlich einer dieser großartigen Tipps für vermeintlich arme Menschen wie uns, die offensichtlich noch nicht den Mann fürs Leben (oder einen Abschnitt davon) gefunden haben.

    Wer Abstriche macht, hat’s leichter

    H. erzählt von Freundinnen, die ihre jetzigen Freunde und Ehemänner – allesamt „Suchergebnisse“ aus Online-Partnerbörsen wie Parship, Websingles und Co – „im normalen Leben nie getroffen hätten. Und das hat vielleicht auch einen Grund, nämlich weil die meisten von ihnen praktisch nichts gemeinsam haben!“ Ich verstehe, was sie meint. Werfe zwar ein, dass es für manche Menschen dennoch ein guter Weg sein könne, aber eben vor allem für die, denen es eher schwer falle, länger ohne Beziehung zu sein (ohne das werten zu wollen, wirklich nicht).

    Aber warum suchen wir überhaupt? Wie viele Frauen um die 30 gibt es, die nicht insgeheim etwas gegen ihr Single-Dasein unternehmen wollen? Die sich tatsächlich mit so viel weniger zufrieden geben, als sie eigentlich verdienen, nur um nicht alleine zu sein? Oder um sich den Traum von der eigenen Familie erfüllen zu können, bevor die viel zitierte „biologische Uhr“ abläuft? Und – ohne verallgemeinern zu wollen – warum sind die meisten „guten Männer“ in unserem Alter bereits vergeben? Was bleibt denn?

    Sowas in der Art muss sich auch eine von H.s Freundinnen gedacht haben, als sie ihren Lebensgefährten zu eben diesem gemacht hat. Er scheint echt kein netter Kerl zu sein. Und sie ist offenbar mehr als zu gut für ihn. Nach allem, was ich heute gehört habe, kann ich ihr nur wünschen, dass sie noch genug unterstützungswillige Freunde auf ihrer Seite hat, wenn sie eines Tages begreift, dass es vielleicht doch besser ist, ihn zu verlassen.

    Samenspender gesucht?

    Ist die Angst vor dem Alleinsein wirklich so groß, dass Frauen sich freiwillig schlecht behandeln lassen? Lieber eine langweilige oder nervenaufreibende Beziehung mit jemandem führen, als sich in Geduld zu üben? „Idioten, echt“, zische ich. „Aber sie haben Samen!“ lacht unsere Freundin D. in ihrer erfrischend-offenen Art, für die man sie einfach lieben muss. Stimmt, sie sind in der Regel Garant für ein, zwei oder mehr gemeinsame Kinder, die früher oder später allerdings ohnehin vaterlos aufwachsen werden, weil ihre Mutter irgendwann aufwachen wird. Oder Papa Frosch irgendwann eine noch „Dümmere“ findet, die er besser gängeln kann.

    H. und ich jedenfalls wollen auch weiterhin nicht suchen. Wenn uns irgendwann doch „Mr. Right“ über den Weg laufen sollte, fein! Aber bis dahin können wir sämtliche Energie, die andere in schlecht laufenden Beziehungen verpulvern, in Projekte stecken, die uns wichtig sind. Spontane Urlaubsreisen machen. Und den Sonntags-Brunch mit Freunden genießen, die entweder auch Singles sind oder tatsächlich so coole Partner haben, dass „verlängerte Vormittage“ auch gemeinsam mit ihnen Spaß macht – ihren Freundinnen bzw. Frauen ebenso wie uns. Das sind nämlich die wahren Herzbuben. ♥ ♛

    Frühstück mit Fröschen, c uschi dreiucker /

     

    c uschi dreiucker / pixelio.de

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  • ValenDIENSTAG

    Jedes Jahr das gleiche Bild: Halbverwelkte Wegwerfblumen und schachtelweise Pralinen im vermeintlichen Sonderangebot an den Supermarktkassen, Ramsch und Kitsch in Hülle und Fülle beim Blumenhändler ums Eck, umher eilende Männer, irre blickende Männer, die um keinen Preis mit leeren Händen bei der Gattin/Freundin/Geliebten auftauchen wollen. Verständlich. Manch‘ einer wurde am Valentinstag schon mit dem Nudelwalker erschlagen. Erzählt man sich zumindest in (Ehe-)Männer-Kreisen.

    Wie gut, dass der Valentinstag heuer ein ValenDIENSTAG ist. Ein Dienstag wie jeder andere auch. An dem sich Frau sowieso nichts wünschen darf. Sondern das bekommt (wenn überhaupt), was dann für den Rest des Jahres vertrocknet und traurig über dem Küchenkasten angebracht wird. „Schau mal, das hab ich von meinem Süßen bekommen“, säuselt sie dann vielleicht teils verlegen, teils stolz vor ihren Freundinnen. Und was ist an den restlichen 364 (bzw. heuer 365) Tagen? Wie viel Sinn für Romantik hegt die so genannte „bessere Hälfte“ da so?

    Einfach, aber nicht zu einfach

    Ich weiß, ich weiß… Es mag auch von Grund auf romantische Männer geben. Haut mich nicht, falls einer von euch mitlesen sollte, ich will ja nichts verallgemeinern. Aber den wirklich „ritterlichen“ Männern wird vermutlich sowieso irgendwas Besseres einfallen, als einen Bund halbverdorrter Rosen nachhause zu bringen, den Frau ihm auch nachwerfen könnte, würde sie ihn nicht… hach… so sehr lieben.

    Worüber ich mich zum Beispiel freuen würde: Etwas Persönliches. Etwas Selbstgestaltetes. Und sei es eine Fotocollage von echtleinwand.at (für nächstes Jahr dann halt ;)) oder ein selbst gemachtes Fotobuch. Oder ein Mixtape. Oder ein wirklich gutes Buch mit süßer Widmung. Oder einen coolen Frosch, was aber vom vermeintlichen Prinzen (haha) ein bisschen seltsam wäre… Oder einfach nur ein paar liebe Zeilen, warum ER mich gern hat. Es sind eben oft die kleinen, unerwarteten Dinge, die das Leben bereichern.

    Ja verdammt, und natürlich würde ich mich auf über Blumen freuen, ich bin nicht komplett komisch. Aber dann darf es gerne auch diese hier sein, Mann könnte sie allerdings vorher ausschneiden und sie bestenfalls sogar noch auf Karton aufkleben. Ein weiterer Vorteil der Zeitungs-Rose: Sie hält für immer, sofern es denn so sein soll.

    Eine Rose zum Valentinstag vom Kurier

    Der Valentins-Skeptiker

    Er hier bräuchte sich übrigens im Grunde tatsächlich keine Gedanken über den Valentinstag zu machen. Ich bezweifle nämlich stark, dass einer wie er jemanden hat, den er beschenken könnte (eine Unterstellung übrigens, die er auch gleich zu Beginn des Interviews mit „info tv leipzig“ zurück weist, klar…). 😉

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  • Happy New Year!

    Die Froschkönigin war mal wieder im Kino. Genauer gesagt spontan mit einem lieben befreundeten Paar in der Spätvorstellung des UCI Milleniumcity. Ur gemütlich! Ein ganzer Kinosaal für sieben Menschen. Absolute Fußfreiheit war da noch die geringste Annehmlichkeit. 😉

    Aja der Film. „New Year’s Eve“ (zu ‘deutsch’ „Happy New Year“, öhm…) haben wir gesehen: Ein super süßer, witziger Film mit einem grandios aussehenden Jon Bon Jovi (neben dem sogar Hollywood-Schönling Josh Duhamel untergeht!).

    Und jetzt kommt das ABER: Bitte lasst mich doch in Ruhe mit diesen Schicksals-Spielchen, liebe Produzenten und Drehbuchautoren. Ist ja okay, dass Hillary Swank es gerade noch rechtzeitig schafft, ihren sterbenden Vater zu sehen, mit dem sie sich zerstritten hatte. Aber wie blöd ist bitte eine Frau, die ihren Traummann trifft und ihm dann mitteilt, er solle sie einfach nächste Silvesternacht an der gleichen Stelle wieder treffen, wenn er dann auch noch wolle?! Geh biiiitteee! Das ist genauso bescheuert, wie „Ich schreib einfach meine Telefonnummer in dieses Buch, geb’s her – und wenn du es irgendwann in einem New Yorker Antiquariat wieder findest, dann ruf mich doch an.“ Hallo?! Frau?!! Geht’s noch??!

    So laut zeternd bin ich dann aus dem Kinosaal gegangen. Mit verstellten Stimmen, versteht sich, verschiedene Rollen und so. 😉 Aber ansonsten: Wirklich lieber Film, großartig besetzt (so großartig, dass für Alyssa Milano offenbar nur noch die Krankenschwestern-Nebenrolle geblieben ist) – anschauen! Wenigstens auf DVD/BlueRay, kommt eh bald raus (Genauer gesagt erst Ende des Jahres, also vielleicht doch noch rasch ins Kino gehen!).

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  • 3×3 am Dienstag [#7]

    bummvoll | behübscht | belagert
    erleuchtet | erschienen | bummzua
    beschenkt | beleuchtet | beschienen

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